Die WM von Graz
Im Juni erlebt die Welt zwei Weltmeisterschaften im Fußball: Die Profis spielen in Südafrika auf - und die Hobbykicker in Graz.

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Nein, dieses Gefühl kann nicht jeder nachvollziehen. Aber unzählige andere verstehen diese Erzählungen, die von Gänsehaut, von Glückshormonen im Dauereinsatz und einem Grinsen im Gesicht handeln. Und von Bubenträumen, die wahr werden, wenn man im Nationaldress bei einer Fußball-Europameisterschaft einläuft.
Gut, es war nicht die richtige EM, aber es hat sich richtig angefühlt: Im Jahr 2008, als in Österreich und der Schweiz die Profikicker das beste Team Europas ermittelten, erlebte auch Graz eine Fußball-Europameisterschaft - jene der Hobbyspieler. Es wurde ein Erfolg, der nach einer Verlängerung schrie.
Der Anpfiff dazu erfolgt heuer: "Ja, wir stellen in Graz eine Weltmeisterschaft für Hobbymannschaften auf die Beine", verrät Hannes Fritz, neben Stefan Marschnig einer der Organisatoren. Das Ganze soll im Juni, also während der echten WM in Südafrika, stattfinden. "Der genaue Termin ist offen, wir suchen noch einen Fußballplatz. Dabei hilft uns zum Glück die Stadt Graz."
Es war die Hobbymannschaft "FC Torpedo Ritter Graz", die rund um das Café Ritter entstanden ist und vor Jahren den Ball ins Rollen brachte: Aus ersten Spielen wurden kleine Turniere. Und plötzlich war da die Idee von der EM. Am Ende nahmen zehn Teams an der "Stadt-Euro" teil - gewonnen hat Italien.
14 bis 16 Mannschaften
"Seitens der afrikanischen Gemeinschaft in Graz hat es dann geheißen, dass sie auch gern mitspielen würden", schmunzelt Fritz. Seither wird die "stadtWMgraz2010" vorbereitet: "Uns schweben 14 bis 16 Nationalmannschaften vor." Bei der Frage, wer nun etwa für Griechenland spielen darf, nimmt man es nicht ganz so genau: "Wir sprechen immer von einer ,gefühlten Nationalität'", erklärt Fritz. Im Idealfall sind zum Beispiel beide Eltern Griechen - doch auch wenn "bloß" der Lebenspartner Grieche ist, drückt man ein Auge zu.
Am Ende soll es jedenfalls ein zweitägiges Fest werden. So wie die Hobby-EM 2008. Als sogar das rumänische Radio über die "eigene" Mannschaft im fernen Graz berichtete. Und die Österreicher beim heimischen Fußballbund vergeblich um Leiberl, eventuell zum Einkaufspreis, anfragten. Die griechische Mannschaft hat das bei ihrem Verband in Athen auch getan. "Kurz darauf landen zwei Kisten in Graz. Mit Originalgarnituren in Weiß und in Blau!", schüttelt Fritz heute noch den Kopf.
Bubenträume und so.
















