Studiengangsleiter wegen Fälschung der Aufnahmetests angezeigt
Verdacht auf Fälschung von Aufnahmetests des Leiters des Studienlehrgangs Journalismus und Public Relations. Beschuldigter wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Foto © Marija Kanizaj
An der FH Joanneum in Graz herrscht Aufregung um eine jüngst bei der Staatsanwaltschaft eingebrachte Anzeige gegen den Leiter des Studienlehrgangs Journalismus und Public Relations, Heinz M. Fischer. Wie Medien berichteten, wird ihm Urkundenfälschung beim Aufnahmeverfahren vorgeworfen. Der Anwalt, der die Anzeige eingebracht hat, sprach der APA gegenüber außerdem von Amts- und Fördermissbrauch. "Das entspricht nicht im geringsten der Wahrheit", wies der Beschuldigte alle Vorwürfe von sich.
Seit vergangenen Herbst wurde immer wieder Kritik am Aufnahmeverfahren zum Studienlehrgang laut. Daraufhin gab es eine interne Revision der Joanneum, bei der die Unterlagen des Aufnahmeverfahrens beschlagnahmt wurden. Damals stand der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum. In der Strafanzeige heißt es dazu: "Dem Vernehmen der Einschreiter nach wurden die [...] Tatsachenbehauptungen in einem nicht unternehmensöffentlichen Tatsachenbericht bestätigt, wonach der Vorwurf der systematischen Verfälschung der Ergebnisse des Aufnahmeverfahrens durch den Studiengangsleiter über Jahre hinweg bestätigt worden sein soll."
Unterstellte Manipulationen
"Der interne Revisionsbericht wurde bis heute weder öffentlich gemacht noch im Landtag bestätigt", so Anwalt Gregor Kohlbacher, der für seinen anonym bleiben wollenden Mandanten die Strafanzeige eingebracht hat. In dieser wird auch zum Ausdruck gebracht, dass durch die Fischer unterstellten Manipulationen die Studienplätze nicht an die besten Kandidaten vergeben worden sind.
Der Studienlehrgangsleiter will über die Hintergründe der aus seiner Sicht "infamen Behauptungen" ohne Anwalt nichts mehr sagen. Das Ganze sei ein "abstruses und groteskes Konstrukt", das davon lebe, dass ein gekündigter Mitarbeiter "Unterlagen kreuz und quer durch Österreich schickt". Vorwürfe wie die Bevorzugung gewisser Studierenden dementiert er mit Nachdruck: "Der Studienlehrgang wird ständig durch das ausgeprägte Controllingsystem des Hauses geprüft. Wir haben niemanden begünstigt und selbst wenn wir es gewollt hätten, wäre es nicht gegangen", so Fischer.
"Höchstmaß an Objektivität"
Hinsichtlich der infrage gestellten Objektivität der Aufnahmeverfahren betonte der Studienlehrgangsleiter, dass "die Optimierung der Verfahren zu einem Höchstmaß an Objektivität" von Anbeginn ein besonderes Anliegen gewesen sei. Die letzte große Reform des Verfahrens habe "ein Jahr vor den beginnenden Anschuldigungen" stattgefunden.
Fischer wird in der Anzeige an die Staatsanwaltschaft auch vorgeworfen, dass er Zuwendungen - "schwarze Umschläge" - erhalten haben soll, was er vehement bestreitet: "Das ist eine Erfindung und eine Unterstellung."
Der Rektor der FH, Peter Pfeiffer, erklärte am Donnerstag in der "Presse": "Es gab subjektive Aufnahmegespräche, bei denen wir Mängel festgestellt haben." Die interne Revision sei jedoch längst abgeschlossen, auch eine Meldung an den FH-Rat habe es gegeben, nun seien die Mängel behoben.
Die Staatsanwaltschaft Graz wird nun in den nächsten Wochen in dieser Sache ermitteln und dann über eine mögliche Anklage entscheiden.
















