Über die Kunst der Anpassung
Das Stadtmuseum zeigt ab Juni eine Ausstellung steirischer Künstler im Nationalsozialismus. Die ständige Schausammlung ist nun fix.
Die Kunst der Anpassung - Steirische KünstlerInnen im Nationalsozialismus" nennt sich eine Ausstellung, die das Stadtmuseum Graz in Kooperation mit der Neuen Galerie ab Mitte Juni präsentiert. Und die "mit Sicherheit für Aufregung sorgen wird", wie der Direktor des Museums, Otto Hochreiter, bei der gestrigen Programmpräsentation 2010 zur Kleinen Zeitung sagte.
Die Schau belege auf Basis des aktuellen Forschungsstandes (wissenschaftliche Grundlage: Herbert Lipsky) die intensive Kollaboration vieler Künstler und fast aller steirischen Kunstorganisationen mit dem Nationalsozialismus, erklärte Hochreiter. Und sie mache auch "erschreckend deutlich", wie die Integration der eben noch führertreuen Künstler in das Kunstgeschehen der Nachkriegsdemokratie erfolgte. Als Beispiel nennt Hochreiter den Maler und Grafiker Heinz Reichenfelser, der gemeinsam mit Hans Stockbauer auch das NS-Propagandabild gestaltete, das jahrzehntelang im Stiegenhaus des Rathauses hing.
Ein weiteres Großprojekt im Stadtmuseum ist der Aufbau einer ständigen Schausammlung, für die Stadtrat Gerhard Rüsch nun 500.000 Euro zusagte. Die Eröffnung ist für Sommer 2012 geplant, die inhaltliche und zeitliche Ausrichtung, ob man "etwa nur das 20. Jahrhundert oder auch das 19. Jahrhundert" (Hochreiter) abdecke, soll in den nächsten Monaten geklärt werden.
Mit dem Jahr 2009 ist man im Stadtmuseum zufrieden. Ausstellungen wie "Being Nikolaus Harnoncourt" lockten insgesamt 19.000 Besucher an. 2010 stehen u. a. noch die Fotoschau "Auf der Suche nach Atlantis" (ab 20. 4.) und "Der israelitische Friedhof Graz" (ab 29. 6.) auf dem Programm. Das Budget des Hauses (ohne Sonderprojekte) beträgt wie 2009 rund 1,5 Millionen Euro.

















