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Zuletzt aktualisiert: 13.04.2010 um 14:12 UhrKommentare

Grundwassermanagement: Grazer Netzwerk steuert europäisches Projekt

Kompetenznetzwerk Wasserressourcen transferiert Know-how zur Grundwasseranreicherung nach Südosteuropa.

Mit Fragen der nachhaltigen Wasserbewirtschaftung beschäftigt sich ein EU-Interreg-Projekt unter der Leitung des Grazer Wasserkompetenznetzwerkes Wasserressourcen GmbH. Transferiert werden soll aber nicht Wasser, sondern das "Know-how" über das kostbare kühle Nass und seine Speicherung: In den kommenden zwei Jahren wird Wissen darüber von der Steiermark in die europäischen Regionen, vor allem den südosteuropäischen Raum gepumpt werden.

Hydrogeologie

Der Ruf der steirischen Wasserforscher rund um den Hydrogeologen Hans Zojer, der jahrelang das Institut für Hydrogeologie der Joanneum Research geleitet hat und nun dem Kompetenznetzwerk Wasserressourcen vorsteht, ist international bekannt. Das Know-how reicht von der Erkundung über die Erfassung bis zur Erarbeitung von Konzepten für Erschließung, Schutz und Management von Wasserressourcen, die auch für künftige Generationen gesichert sein sollen. In Zeiten steigender Wasserknappheit gewinnt die Technologie der künstlichen Grundwasseranreicherung zunehmend an Bedeutung. "Der Schwerpunkt unseres jüngsten Projektes liegt im Transfer von innovativen Techniken und Methoden im Bereich der künstlichen Grundwasseranreicherung, die Kompetenzen auf diesem Gebiet zu konzentrieren und gemeinsam weiterzuentwickeln", so Zojer am Dienstag. Die Projektpartner stammen u.a. aus Griechenland und Malta, Polen und Schottland, aber auch Deutschland und Österreich. Ihnen stehen bis Ende 2012 rund 1,87 Mio. Euro zur Verfügung.

Künstliche Grundwasseranreicherung bedeutet nichts anderes als Oberflächenwasser versickern zu lassen und natürliche Reservoirs im Boden aufzufüllen. Das infiltrierte Nass wird dabei mehr oder weniger stark gereinigt. Ziel der Anreicherung ist, eine qualitative und quantitative Beeinflussung der Grundwasserressourcen, d. h. eine Verbesserung der Qualität bzw. Erhöhung der Entnahmemenge. In Mitteleuropa haben sich vor allem. die Wasserwerke der Graz AG mit der Möglichkeit der Anreicherung und die Methodik auseinandergesetzt und seit rund 100 Jahren ständig weiterentwickelt: Die Stadt wird zu rund 70 Prozent aus zwei Grundwasserwerken versorgt. Rund 30 Prozent steuert die Zentral - Wasserversorgung Hochschwab Süd GmbH bei, schilderte Gerhard Probst, Projektpartner von der Graz AG. Im aktuellen Projekt SHARP (Sustainable Hydro Assessment and Groundwater Recharge Projects) setzt man auf den Austausch von praktischer Erfahrung in der Umsetzung von Grundwasser-Monitoringsystemen, bei der strategischen Nutzung von Ressourcen zur Trinkwasserversorgung, aber auch zur Bewässerung in der Industrie und Landwirtschaft sowie die Entwicklung von Risikomanagement-Tools und Bilanzierungsmodellen. Dies soll durch Seminare, Studienaufenthalte und internationale Konferenzen erreicht werden. Die Ergebnisse sollen bis Ende 2012 in einem virtuellen Informationszentrum zusammengeführt werden.


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