Großer Ärger am Friedhof
Grabeinrandungen auf dem Wiesen-Friedhof nicht gestattet: Die Gestaltungsregeln auf dem neuen Friedhof Kalvarienberg ärgern Grabbesitzer.
Die Friedhofskultur macht einen starken Wandel durch. Aber nicht alle können dieser Änderung nur positive Seiten abgewinnen, wie ein Beispiel in Graz zeigt. Eine Grazer Familie kann es nicht verstehen, warum sie auf dem neuen Friedhof Kalvarienberg nicht eine herkömmliche Grabstätte einrichten darf.
"Die Frau meines Neffen ist im Vorjahr gestorben. Da haben wir ein normales Grab auf dem neuen Friedhof Kalvarienberg gekauft. Und jetzt verweigert uns die Friedhofsverwaltung das Aufstellen einer Grabumrandung", ärgert sich Liselotte Hammer. Erlaubt werde lediglich ein Grabstein und eine kleine Fläche für das Aufstellen von Kerzen und Blumen. "Das ist doch eine furchtbare Vorstellung, dass die Menschen einfach über dem im Grab liegenden Toten drübergehen", so Hammer. Außerdem sei das Grab jetzt im Zuge des Aushubs für ein danebenliegendes Grab ziemlich verwüstet worden.
"Unser neuer Friedhof wurde ganz bewusst als Wiesen-Friedhof angelegt, weil das Aufstellen von großen Grabstätten heute nicht mehr so gefragt ist", erklärt Fritz Hager von der Pfarre Kalvarienberg. Die Pflege von kleinen Grabstätten sei für viele Grabbesitzer einfach bequemer. "Der Rest ist Grünfläche, die von uns ständig gemäht und gepflegt wird", so Hager.
Wer ein normales Grab wolle, muss den alten Friedhof wählen. Darauf weise man jeden hin, der ein neues Grab kauft. Und die Friedhofsordnung sei überall ausgehängt. Das habe Hammer offenbar übersehen. "Aber wir können hier keine Ausnahme machen", winkt Hager ab. Dass beim Ausheben eines neuen Grabes das danebenliegende in Mitleidenschaft gezogen werde, sei bei der Platzsituation nicht zu vermeiden. Hager: "Der Totengräber stellt aber danach alles wieder im alten Zustand her."
















