Ragnitz: Lauter die Glocken nie klingen
Punkt Mitternacht setzte in der Pfarre Ragnitz das Glockengeläut ein. Ein Defekt brachte Anrainer um den Schlaf. Die Glocken läuteten von Mitternacht bis 1.45 Uhr. Erst nach dem die Feuerwehr die Stromleitung kappte, kehrte wieder Ruhe ein.

Foto © Erwin ScheriauDie Kirchenglocken in der Ragnitz bimmelten in der Nacht auf Montag stundenlang
Nein, es war nicht die Vorfreude auf das Osterfest, die die Glocken in der Pfarre Ragnitz mitten in der Nacht zum Läuten animierte. Es war ein schlichter technischer Defekt, der viele rund um die Berliner-Ring-Siedlung in der Nacht auf Montag aus dem Schlaf riss.
Punkt Mitternacht begannen die Glocken in der modernen Kirche zu läuten, als ob die Gläubigen zu einer Messe gerufen würden. Anrainer alarmierten die Polizei, die stand aber vor verschlossenen Türen. "Um 1.25 Uhr hat die Polizei dann uns verständigt", erzählt Enrico Radaelli, Einsatzleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Graz, in deren Einzugsgebiet die Ragnitz fällt.
Und die Florianis hatten einen Vorteil: Sie haben den Sohn der Pfarrsekretärin in ihren Reihen, der just an diesem Abend Dienst hatte. Ein Anruf bei der Mutter genügte und die Pforten zur Kirche waren geöffnet.
Die Kirche selbst war menschenleer, einzig die Glocken läuteten unentwegt weiter. "Bis wir einfach die Stromzufuhr gekappt haben", so Radaelli. Gegen 1.45 Uhr kehrte damit wieder Ruhe über das Ragnitztal ein.
"Vielleicht haben sich die Glocken nur ordentlich verabschiedet, bevor sie zum Osterfest nach Rom aufgebrochen sind", lacht Pfarrer Herbert Meßner. "Nein, im Ernst: Das technische Gebrechen war so nicht vorherzusehen, die Firma arbeitet gerade daran, es wieder zu beheben." Es könnte sein, dass die Umstellung auf die Sommerzeit das System durcheinandergebracht hat, "aber warum es wirklich geläutet hat, wissen wir noch nicht. In den neun Jahren, die ich jetzt hier bin, ist das noch nie passiert."
Keine Handarbeit mehr
Dass Kirchenglocken über elektronische Steuerungen zum Klingen gebracht werden, ist heute gang und gäbe. "In meiner Zeit als Ministrant haben wir das noch händisch gemacht. Aber heute ist es in praktisch allen größeren Kirchen üblich, das über die Elektronik zu steuern", erzählt Meßner. "Damit ist das aber auch fehleranfälliger, wie wir gestern Nacht gemerkt haben."
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"Es hat von Mitternacht weg geläutet. Erst als wir um 1.45 Uhr die Stromzufuhr gekappt haben, hat es aufgehört"
Enrico Radaelli















