Auch 100.000 Österreicher ohne Krankenversicherung
Die Politik müsse diese Lücken im Sozialnetz rasch flicken, fordert Martin Schenk von der Armutskonferenz. Unversicherte müssten oft hohe Behandlungskosten zahlen, für die sie kein Geld haben.

Foto © KLZ KoscherKleinstverdiener "in prekärer Beschäftigung", psychisch Kranke, Jobsuchende ohne Leistungsanspruch, früher mitversicherte und dann geschiedene Frauen oder Leute, die aus falscher Scham keine Sozialhilfe beanspruchen haben keine Krankenversicherung
WIEN. Auch in Österreich, nicht nur in den USA - wo Präsident Barack Obama dies großteils ändern wird -, leben viele Menschen ohne Krankenversicherung. "Bei uns sind rund 100.000 davon betroffen", sagt Martin Schenk von der Armutskonferenz, der sich dabei auf eine ältere Studie bezieht. Zu diesen "zwei Prozent der Wohnbevölkerung" zählten häufig Kleinstverdiener "in prekärer Beschäftigung", psychisch Kranke, Jobsuchende ohne Leistungsanspruch, früher mitversicherte und dann geschiedene Frauen oder Leute, die aus falscher Scham keine Sozialhilfe beanspruchen.
"Diese Lücken im Netz brauchen politische Lösungen", fordert Schenk. Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheitsminister sollten sie aufstöbern und rasch flicken. Denn nicht selten erkrankten Unversicherte, die dies zwar häufig nur ein paar Monate lang seien, ausgerechnet in dieser Zeit. Dann sollten sie oft hohe Behandlungskosten zahlen, für die sie kein Geld haben. Kostenlose medizinische Hilfe bieten diesem Personenkreis in Österreich nur wenige Stellen wie die Grazer Marienambulanz der Caritas. In Wien helfen Diakonie plus Rotes Kreuz und die "Barmherzigen Brüder", in Linz nur die "Barmherzigen Schwestern". Kein Angebot gäbe es in ganz Westösterreich.
Arbeitslose sind krankenversichert, solange sie Geld vom AMS bekommen. Sozialhilfebezieher ohne Notstandshilfe, die medizinische Hilfe brauchen, benötigen einen "Krankenhilfeschein". Diesen rund 20.000 Personen wird die in Kürze kommende Mindestsicherung die E-Card bescheren.














