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Zuletzt aktualisiert: 23.03.2010 um 22:35 UhrKommentare

Der Kegelklub Sturm will die Wende

Sturm reist an, und das freut Salzburg. Denn die Grazer sind der Punktelieferant.

Marc Janko ist bereit

Foto © APAMarc Janko ist bereit

Sturm Graz ist wahrlich einmalig in Österreich. Denn während jeder andere Klub dieses Landes seit Juni 2005, seit Gründung des Fußballvereines Red Bull, in Salzburg zumindest ein kleines Pünktchen ergatterte, bei Sturm hieß es seither: "Alle Neune". Neun Versuche, neun Pleiten. Und dreht man das Rad der Zeit noch ein klein wenig weiter zurück, so kommt man gar auf elf Niederlagen am Stück. Der letzte Punktgewinn datiert aus dem Jahr 2004, da erreichte man am 17. April ein 0:0.

"Ein Wahnsinn eigentlich", schüttelt Mario Haas den Kopf, der zwar wegen einer Wadenverletzung nicht dabei sein wird, es aber bei vielen der vielen Niederlagen war. "Aber irgendwann muss diese Serie doch ein Ende haben. Warum also nicht ausgerechnet diesmal?"

Ja, warum eigentlich nicht, denn diesmal, und das wird für Sturm möglicherweise von Nachteil nicht sein, fehlt den Gastgebern ihr Superbulle Marc Janko wegen einer Gelbsperre. Und der erzielte bei den jüngsten drei Siegen (4:2, 2:1, 3:1) fünf der neun Tore. "Aber", so Haas, "ein Team wie Salzburg kann jeden Ausfall kompensieren." Stimmt, aber da gibt's ja noch einen Strohhalm, an den man sich als Grazer klammern kann - die Bilanz im Frühjahr. Sechs Spiele, vier Siege, zwei Remis und 12:2 Tore, damit führt Sturm die 2010er-Tabelle an. Gut, Salzburg siegte auch vier Mal und spielte auch zwei Mal unentschieden, traf aber "nur" neun Mal und fing sich ein Gegentor mehr ein.

"Auf Zahlen und Statistiken gebe ich nichts", sagt Bullen-Coach Huub Stevens und warnt aus zweierlei Gründen vor der heutigen Partie. "Erstens sind wir im Moment nicht dort, wo wir sein wollen. Das hat man speziell beim 1:0 gegen Kapfenberg vor eigenem Publikum gesehen, zum Zweiten wird Sturm bis in die Haarspitzen motiviert sein, denn die wollen unbedingt Platz drei und da sind sie fast verdammt, zu punkten. Über die spielerische Qualität dieser Mannschaft muss ich nichts sagen."

Grazer unter Stevens' Lupe

Ein halbes Auge wird Stevens am Mittwoch auch ganz bewusst auf drei Grazer werfen. Auf Beichler, Jantscher und Hölzl. Das Trio, oder zumindest einer aus dem Trio, könnte für den Meister nämlich bald von Interesse sein. Zwar ist es eine Salzburger Philosophie, umworbene Spieler nicht noch ein weiteres Mal zu umwerben, wenn man sich einmal einen Korb geholt hat - und das war bei den Dreien im Vorjahr der Fall -, doch in diesem Fall scheint das letzte Wort nicht gesprochen. "Gute Jungs", meinte auch Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer dieser Tage beim "Ausflug" nach New York zur Eröffnung der dortigen Bullen-Arena. Und lächelte vielsagend.

Offen auch, wie es (und ob es) mit einem Ex-Grazer in Salzburg weitergeht. Christoph Leitgebs Vertrag läuft mit Ende der Saison aus und bis dato ist noch kein neuer unterschrieben. "Bis spätestens Mitte April muss Klarheit herrschen", sagt Beiersdorfer. Und dann wird man sehen, ob nicht vielleicht ausgerechnet ein Grazer Nachfolger (oder doch Nebenmann) des Blondschopfs wird. Leitgeb selbst sagt noch nichts, liebäugelt aber mit dem Ausland.

PETER KLIMKEIT, ACHIM SCHNEYDER

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