AutoEmotion 2010: Aus Liebe zum Auto
An zwei Tagen begeisterte in Graz die Messe "AutoEmotion", zu der 15.000 Besucher erwartet wurden. Wir stellten uns die Frage, warum uns der fahrbare Untersatz so bewegt.

Foto © FotoliaGeliebt und verhätschelt: Fast die Hälfte der österreichischen Autofahrer hat eine emotionale Beziehung zu ihrem Fahrzeug
Ein Auto ist für die meisten mehr als die Summe seiner Einzelteile: Knapp die Hälfte der österreichischen Autofahrer hat laut einer Studie des Klagenfurter Humaninstitutes ein zutiefst emotionales Verhältnis zu ihrem fahrbaren Untersatz.
"Durchaus eine Liebe"
Das Auto, der Kauf, die Pflege und das Fahren sind ihr Hobby. Helmut Heuberger, Präsident des steirischen Porsche Clubs, ist einer von ihnen: "Für mich ist mein Auto weit mehr als ein Fortbewegungsmittel, es ist eine Lebenseinstellung". Man könnte durchaus von Liebe sprechen, so erwartungsvoll, wie die 120 Vereinsmitglieder nach der Winterpause ihre Lieblinge für die erste Ausfahrt auf Hochglanz bringen.
Aber es muss sich gar nicht um ein Liebhaberfahrzeug handeln, damit es in uns Emotionen weckt: Laut einer Studie des Ludwig-Boltzmann-Instituts assoziieren Menschen mit vielen Fahrzeugen Gesichter. Mit dem Resultat, dass wir dem "Haufen Blech" sogar Wesenszüge zuschreiben. Verrück? Nein.
"Das Auto ist Teil des persönlichen Lebensraums, ähnlich wie Haus oder Wohnung. Darum vermenschlichen wir es", erklärt Wolfgang Kallus vom Institut für Psychologie an der Uni Graz. "Außerdem erlebt man mit seinem Auto so einiges, daran sind Erinnerungen geknüpft." Zudem ist es ein "Persönlichkeitsmarkierer ": "Autos sind wie Kleidung, mit der man Charakter zeigt." Draufgängertum, Stil oder Umweltbewusstsein - die Modelle können für vieles stehen.
Individuell ist gut
Für viele gilt: je individueller, desto besser. Das ist auch die Devise von Alex Veit, Gründer der steirischen Community Tuningszene: "Die meisten Tuner lieben ihre Autos. Die Gründe, sie zu verändern, sind unterschiedlich. Mir persönlich ist es ein Graus, in der Masse zu verschwinden".
Die scheinbar irrationale Bindung zum Auto kann man laut Kallus aber durchaus rational betrachten: "Es ist vernünftig, das eigene Wohlbefinden in die Autowahl mit einzubeziehen - dafür gibt es keine Gegengröße".
Also: jedem das Seine.
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AutoEmotion
Auf der "AutoEmotion" werden am 20. und 21. März in der Grazer Stadthalle, der Halle C und dem Freigelände von 9 bis 19 Uhr rund 200 Neuwagenmodelle gezeigt. Eintritt: 4,90 Euro. www.autoemotion.at














