Mehr Polizei in Graz gefragt
Die Polizei schlägt Alarm, denn in Graz regiert die Brutalität. Jugendbanden auf Raubzügen mitten in der Stadt, Überfälle auf wehrlose Frauen und Jugendliche - das ist die bittere Realität.

Foto © Kleine Zeitung DIGITAL/Erwin Scheriau
Jugendliche mit Kampfsportausbildung, die am Jakominiplatz wahllos auf andere Jugendliche eindroschen, aus purer Lust an Gewalt - mehrere Schwerverletzte. Ein Räuberduo, das im Stadtpark auf zwei Mädchen und drei Burschen (zwischen 15 und 17 Jahre alt) einschlug und sie beraubte. Ein 18-Jähriger, der am helllichten Tag in der Robert-Stolz-Gasse von einer jugendlichen Schlägertruppe malträtiert und ausgeraubt wurde. Der Haupttäter war gerade 13 Jahre alt.
13 Jugendliche, die im Schloßbergstollen einen 16-Jährigen brutal überfielen und ihm 50 Euro raubten. Mit dem Geld kauften sich die Täter eine Pizza. Zuletzt eine junge Frau, die in der Schörgelgasse von mehreren Tätern überfallen, gewürgt und sexuell belästigt wurde.
Das sind nur einige wenige Gewalttaten, die in den vergangenen Wochen in Graz verübt wurden. Raub und Körperverletzung passieren nahezu täglich.
Brigadier Kurt Kemeter, Stadtpolizeikommandant von Graz, bestätigt die bedenkliche Entwicklung. Es sei eine vermehrte Bandenbildung unter Jugendlichen wahrzunehmen. Die meisten Mitglieder dieser gewalttätigen Gruppierungen hätten Migrationshintergrund. "Wir wissen, dass solche Banden ganze Plätze in Beschlag nehmen und einheimischen Jugendlichen Angst einjagen." Es gäbe aber auch Gruppen, die gemischt auftreten (einheimische Jugendliche und solche mit Migrationshintergrund).
"Oft eskaliert eine Tat gerade durch diese", wissen Grazer Kriminalisten. "Liegt ein Opfer erst einmal auf dem Boden, wird zugetreten. Jeder will sich an der Tat beteiligen. Denn in der Gruppe sind alle stark."
Die Bevölkerung ruft bereits vehement nach mehr Polizei, die es allerdings nicht gibt. Denn die rigorosen Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre zeigen bei den Exekutivbeamten nach wie vor ihre negative Wirkung. "Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben", sagt der Stadtpolizeichef, kündigt aber konkrete Maßnahmen an (siehe Interview).
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Kommentar
Keine Ressourcen
Das Grazer Stadtpolizeikommando umfasst auf dem Papier 749 Polizisten. Tatsächlich sind derzeit aber nur 713 Planposten besetzt.
Davon müssen noch 93 Beamte abgezogen werden, denn so viele sind zu anderen Dienststellen zugeteilt (Cobra, Bundeskriminal-amt, Verfassungsschutz und nicht zuletzt Auslandseinsätze).
















