Helfende Hand für Ältere
Vor zehn Jahren gründete der Psychologe Gerhard Hermann "Sopha".

Foto © Erwin ScheriauGerhard Hermann ermöglicht seinen Klienten, den Lebensabend daheim zu verbringen
Gerhard Hermann ist eine Stütze. Jeden Tag streckt er älteren Menschen eine helfende Hand entgegen. Und hilft damit jenen, die sich selbst nur mehr schwer helfen können. Seit zehn Jahren betreut der klinische Psychologe in Graz mit seinem mobilen Dienst "Sopha" (Sozialpsychiatrische Hilfe im Alter) psychisch kranke Menschen ab 65, damit sie weiterhin selbstbestimmend leben können.
"Viele meiner Klienten, die vor zehn Jahren ins Heim gekommen wären, leben noch heute in ihren eigenen vier Wänden. Und sie leben gut", erklärt der 44-Jährige. Sein Team, bestehend aus einem Arzt, Psychologen, Sozialarbeitern und Krankenschwestern, verbucht jährlich 3000 Kontakte mit Senioren und deren Angehörigen. Demenz, Wahnvorstellungen, Realitätsverlust, für das "Sopha"-Team stehen diese Krankheitsbilder an der Tagesordnung.
Vertrauen statt Isolation
Oft durchbricht Hermann in seinem Arbeitsalltag auch eine völlige Isolation. "Ich bin oft der Erste, der sich wieder für sie interessiert, bei dem sie zulassen können, dass überhaupt jemand zu ihnen kommt", berichtet er. Lassen sie es aber einmal zu, so kann der Psychologe schnell Fortschritte feststellen. "Es sind oft nur Kleinigkeiten, die viel bewirken. Die Arbeit mit diesen Menschen ist eine sehr dankbare", meint er.
Den engen Kontakt zur älteren Generation pflegt Hermann übrigens schon seit seiner Jugend. Später arbeitete er mit Krebskranken, in der Behindertenhilfe und im Hospiz. Was ihm selbst Kraft gibt? "Es ist etwas ganz Besonderes, wenn Menschen durch meine Hilfe wieder das Gefühl haben, dass ein gutes Leben hinter ihnen liegt. Deshalb mache ich meine Arbeit mit Herz und Seele."
Features
DAS PROJEKT
Der "Sopha"- Dienst ist ein Projekt der Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit.
Infos unter: www.gfsg.at oder Tel. (0316) 67 60 76.
















