Grazer Kulturinitiative uniT sieht im Jahr 2010 fremd
Mit Projekten wie "Fremdsehen" und "Mir_san" wird interkultureller Schwerpunkt gesetzt.
Die Kulturinitiative der Grazer Universität, uniT, legt heuer seinen Schwerpunkt auf Interkulturalität. Ein wesentlicher Beitrag wird das Projekt "Fremdsehen" sein: Internationale Künstler leben 14 Tage in obersteirischen Gemeinden und veröffentlichen regelmäßige Internet-Blogs über ihre Erfahrungen. Mit "Mir_san" will man sich mit Vorurteilen gegenüber Migranten auseinandersetzen, hieß es am Freitag in der Programmpräsentation.
"Der Titel klingt wie ein türkischer Name, steht aber für 'mir san mir' und soll die Wand zwischen Österreichern und Ausländern darstellen", erklärte Edith Draxl, künstlerische Leiterin von uniT. Das Ziel dieses Vorhabens sei es, mit theaterpädagogischen Mitteln den Prozess des Spracherwerbs für Migranten zu erleichtern.
Die erste Veranstaltung des "Drama Forum", das mit dem "Kunstlabor" die beiden Produktionsschienen bildet, startet in der kommenden Woche: Regisseure, Schauspieler und Autoren verbringen eine gemeinsame Woche in Schloss Retzhof und präsentieren zum Abschluss am 6. März ihre Ergebnisse in Form eines offenen Diskussionsprozesses. Dieser Austausch wiederholt sich im April und möglicherweise ein weiteres Mal. Ein weiteres Projekt ("Quality of Life") hat die Interaktion mit Demenzkranken zum Thema.
Aufgrund von Finanzierungsänderungen wird es laut Draxl heuer weniger kleine Inszenierungen geben. Neu ausgeschrieben wird der zweijährige "Lehrgang szenisches Schreiben" - nun unter dem Namen "Forum Text" -, der Nachwuchstalente zu Autoren ausbilden soll. Gefördert wird uniT u. a. vom Sozialfonds der EU und vom Land Steiermark.

















