Roger Cicero in Graz: von Machos und Paschas
Roger Cicero (39) bringt Swing und süffisante deutsche Texte unter einen Hut. In der Grazer Stadthalle herrschte am Montag enthusiastische Stimmung.
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Zu Hause wechselt er seit knapp einem Jahr die Windeln - und trägt auch den Müll raus. Obwohl Roger Cicero von Machos und verzweifelten Ehemännern singt, er selbst ist keines davon. Und ein wunderbarer Sänger und Entertainer. Mit seiner um einen Percussionisten und Gitarristen aufgestockten Bigband hat er bei seiner Graz-Premiere die Stadthalle in einen swingenden Soul-Jazz-Funk-Club verwandelt, nur die Handy-Kameras holten einen immer wieder in die Gegenwart zurück. Im Geiste wurde das New York der 60er-Jahre aufgebaut, freilich mit deutschen Texten, die süffisant, selbstironisch, manchmal böse und manchmal sehr traurig sind.
Wie die großen Entertainer von früher, hat der Hamburger mit dem Hutgesicht (er hat rund 15 Stück im Kasten) ein sicheres Gespür für Dramaturgie. Die Jurorinnen der Zeitschrift "Emma", die ihn einmal zum "Pascha des Monats" gewählt haben, sahen ihn wohl noch nie in seinem Beruf, in dem er aufgeht. Wenn sich die Bigband zurücknimmt, strahlt der Sohn eines Jazzpianisten und einer Tänzerin nicht weniger - wie in der bewegenden Ballade "Tabu" und beim unplugged gespielten Resümee "Fachmann in Sachen Anna".
Der Lufthansa-Streik hat das Steiermark-Debüt fast gefährdet. Cicero musste von der Elbe mit der Austrian nach Wien fliegen, wurde von dort nach Graz chauffiert. "Mein Graz-Aufenthalt war viel zu kurz, ich freue mich schon auf das nächste Mal", sagte der 39-Jährige zur Kleinen Zeitung; noch in der Nacht fuhr er nach Wien weiter, heute tritt er in Salzburg auf - als vorläufigem Schlusspunkt der "Artgerecht"-Tour, schließlich muss ja am vierten Album gearbeitet werden.
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Fakten
Roger Cicero wurde am 6. Juli 1970 in Hamburg geboren.
Karriere: Studierte Jazzgesang, Durchbruch mit dem Album "Männersachen" 2006, das sich mehr als eine Million Mal verkauft hat. Es folgten die CDs "Beziehungsweise" (2007) und "Artgerecht" (2009, erreichte Platz vier in Österreich).


















