Atemlos im Tiefenrausch
Maria Kedwani-Künßberg ist österreichische Rekordhalterin im sogenannten Apnoetauchen.

Foto © ScheriauMaria Kedwani-Künßberg
Fünf Minuten und 18 Sekunden kann sie unter Wasser bleiben, wenn sie sich nicht bewegt. Mit Blei und Monoflosse war sie bereits in 40 Meter Tiefe (Bewerb constant weight). 30 Meter tief hat sie sich allein durch Muskelkraft an einem Seil hinuntergezogen (Bewerb free immersion) - damit ist Maria Kedwani-Künßberg österreichische Rekordhalterin im Apnoetauchen (Gleiten in die Tiefe ohne künstlichen Sauerstoff).
Was ihr selbst, gelinde gesagt, egal ist. "Ich fühle mich einfach wohl unter Wasser", so die 43-jährige Apothekerin, die vor fünf Jahren mit dem außergewöhnlichen Sport begonnen hat. "Ein Bekannter hat im Tauchturm Seiersberg einen Kurs besucht. Ich hatte gerade nichts Besseres zu tun und habe mitgemacht." Seither ist sie infiziert.
Obwohl die Faszination für die Tiefe bereits viel früher begonnen hat. "Ich habe schon als Kind Tauchkurse besucht." Der Film "Rausch der Tiefe" hat sie, wie auch viele andere Apnoetaucher, stark beeinflusst. Dabei stammt Kedwani-Künßberg aus einer Familie, in der immer alle hoch hinaus wollten. "Mein Vater kann drei Berg-Erstbesteigungen auf seinem Konto verbuchen", lacht sie. Und auch ihre sechs Geschwister hätte es immer eher auf den Berg hinauf als in die Tiefe gezogen.
Aber manchmal kommt es eben ganz anders. "Als ich 19 Jahre alt war, haben mir meine Eltern jegliche Sportutensilien weggenommen und mir eine Nähmaschine geschenkt", erinnert sich Kedwani-Künßberg an eine schwere Zeit. Eine Fehlstellung im Knie forderte mehrere Operationen. Dem Teenager wurde in Aussicht gestellt, sich nie wieder ganz unbeschwert bewegen zu können. "Tue ich aber", lacht die lebenslustige Frau. "Und das Tauchen hat mir dabei sehr geholfen."
Wenn es auch nicht immer ganz ungefährlich ist. So blieb sie bei einem Tauchgang an einem Angelhaken hängen, der sich im Seil verfangen hatte. "Hätte mein Kollege nicht schnell reagiert, es wäre mein Ende gewesen." Doch Kedwani-Künßberg ist überzeugt: "Apnoetauchen ist nur dann am gefährlichsten, wenn man nichts darüber weiß." Und sie gehe kein Risiko ein.
Features
Zur Person
Maria Kedwani-Künßberg ist 43 Jahre alt. Sie ist geschieden und hat zwei Kinder im Alter von 17 und 20 Jahren.
Das Pharmazie-Studium führte die gebürtige Radstädterin in die Steiermark, wo die Apothekerin seit vielen Jahren lebt.














