Grazer Minoriten Kulturzentrum: Wiedereröffnung und weniger Platz
Neu gestaltet, aber mit einem deutlich reduzierten Raumangebot wird am 5. März das Grazer Kulturzentrum Minoriten wiedereröffnet.
Er schaue mit "Wehmut" auf die räumlichen Möglichkeiten der vergangenen Jahre zurück, stelle sich aber mit "ausreichend kreativer Energie" der neuen Situation, so Kulturzentrums-Leiter Johannes Rauchenberger nach zweimonatiger Umbauzeit und Übersiedelung.
Ausläser
Auslöser war die Beendigung des Mietvertrages der Diözese Graz-Seckau mit den Minoriten am Mariahilferplatz Ende 2009: Die Diözese, die bisher mit Diözesanmuseum und Kulturzentrum bei den Minoriten ebendort auf zwei Stockwerken eingemietet war, entschloss sich zu einer Umstrukturierung. Das im ersten Stock der Komplexes untergebrachte Diözesanmuseum wurde in das in eigenem Besitz befindliche Priesterseminar in der Innenstadt übersiedelt, das Kulturzentrum kam vom zweiten in den ersten Stock. Durch die Absiedelung des Diözesanmuseums gingen dem Kulturzentrum jedoch die seit mehreren Jahren mit viel positiver Resonanz in der nationalen und internationalen Kunstszene bespielten weitläufigen Ausstellungsflächen im Priesterseminar verloren. "Wir stehen jetzt wieder vor einem neuen Anfang", so Rauchenberger.
Fest steht: Die düsteren Räumlichkeiten im ersten Stock sind nicht wiederzuerkennen. Architektonisch wird das vom Wiener Architektenbüro "mohr steger architektur" gestaltete Kulturzentrum durch archaisch anmutende Schlichtheit geprägt, wobei Büro- und Ausstellungsräume ineinander übergehen. Wohl aus der Not des begrenzten Raumangebotes heraus wurde die historische Struktur mit ihren Klosterzellen wieder aufgenommen.
Lehmverputzte Zwischenwände geben Kleinteiligkeit vor, sind aber so konzipiert, dass sie tiefe Raumblicke ermöglichen. "Hier wurde mit ganz wenig Mitteln nur das Nötigste, aber etwas wirklich Schönes gemacht", meint Rauchenberger. Für den Umbau der rund 550 Quadratmeter (450 Quadratmeter Ausstellungsfläche) standen 340.000 Euro zur Verfügung - 150.000 Euro steuerte die Diözese bei, den Rest die Stadt Graz und das Land. Der neue Mietvertrag laufe auf acht Jahre mit Option auf weitere acht Jahre.
Eröffnet wird am 5. März mit einer Ausstellung zur mythischen Figur des Prometheus. Rund 15 Künstler beteiligen sich an der Erstbespielung der Zellen. Beat Furrer und Peter Ablinger erzählen am 6. März in einer Uraufführung ihrer Kompositionen den Mythos in ihrer jeweiligen Musiksprache neu. Literarische Basis der Arbeiten stellt ein Gedicht von Raoul Schrott dar.

















