Es tut sich was am Grazer Schauspielhaus
Theater heißt auch Veränderung: Langjährige Ensemble-Mitglieder verlassen mit Ende dieser Saison das Grazer Haus. Intendantin Anna Badora über Aufbruch und Elternteil-Gefühle.

Foto © APAEin lachendes und weinendes Auge zugleich angesichts des Abschieds von ihren "Kindern": Intendantin Anna Badora
"Spielfrei" heißt es zwar diese Woche durch die Semesterferien, doch auch ohne Publikum herrscht emsiges Getriebe im Grazer Schauspielhaus. Die Proben für die nächsten Premieren sind in vollem Gange ("Liliom" von Ferenc Molnár/12. 3., "Verbrennungen" von Wajdi Mouawad/14. 4.), auch gibt es noch Vorsprechen für neue Ensemblemitglieder, da mit Ende dieser Saison einige Publikumslieblinge zu neuen Herausforderungen aufbrechen. Ein paar Neu-Engagements sind schon unter Dach und Fach; zwei, drei männliche Positionen im Ensemble müssen noch besetzt werden.
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Stehen etwa Martina Stilp oder Andrea Wenzl auf der Besetzungsliste, verlangen schon viele Theaterfans nach Karten, ungeachtet des Stücks. Bei Steffi Krautz hat sich diese Hoffnung trotz ihres vollen Einsatzes noch nicht erfüllt, Claudius Körber hat sich bereits ein Stammpublikum erarbeitet. Über die Abgänge sagt Anna Badora: "Als Intendantin ist man ein bisschen wie ein Elternteil. Man muss Kinder ziehen lassen. Ich kenne Kollegen, die persönlich beleidigt sind, wenn ihre Schauspieler weggehen wollen. Die Schauspielerei ist eben ein Beruf, bei dem man nach den Sternen greifen muss!" Nachsatz: "Und ich bin stolz darauf, wenn sie – wie etwa Wenzl und Dominik Warta – ein tolles Angebot bekommen! Bei Stilp und ihren Film-Ambitionen kam eben der Zeitpunkt, an dem es heißt: entweder – oder." Außerdem: Auch andere hätten interessante Angebote gehabt, zum Teil von Wiener Theatern, blieben aber in Graz.
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Rund zehn Jahre am gleichen Haus seien ohnehin eine lange Zeit: "Spricht man in der Branche über den Aufbau einer Karriere, ist eigentlich ein Wechsel nach vier, fünf Jahren üblich", erklärt Badora. Und zudem wichtig, um in einem neuen Milieu und durch die Arbeit mit neuen Leuten andere Perspektiven zu gewinnen. Mit Gästen – und keinem fixen Ensemblemitglied – wird auch in der Saison 2010/11 versucht, die Lücke zu füllen, die Frederike von Stechow hinterlassen hat.
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Bild vergrößernEnsemblemitglied Frederike von Stechow, verstorben im Juli 2009Foto © Markus Leodolter
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"Wir haben für Frederikes Position noch nicht forciert Ersatz gesucht, das würden wir als Verrat empfinden"


















