Schumann ist die Domäne der Berlinerin
Starsopran Annette Dasch debütierte im Musikverein.

Foto © APADie Berliner Diva Annette Dasch zu Gast in Graz
Februar ist keine Zeit für Liederabende: Die Abonnenten sind so verkühlt wie die Künstler, Hüsteln und Schnäuzen schmälert das Lyrische. Diesmal erwischte es den Rezensenten und die Berliner Diva Annette Dasch. Die schulterfreie Abendrobe der 33-Jährigen jagte Kälteschauer über den Rücken des Betrachters.
Der Jubilar Nr. 1, Hugo Wolf, dessen 150. Geburtstages die Musikwelt am 13. März gedenkt, kam dabei unter die Auswirkungen einer Indisposition. Ob Auffälligkeiten wie "Klibben" statt "Klippen" oder "Mudder" statt "Mutter" einem Schnupfen in die Schuhe geschoben werden dürfen, kann man nur mutmaßen. Denn Josef Loibl, als Ex-Professor in Graz Mentor der Sängerin, gilt als Artikulationspedant. Ideal in der Phrasierung gelangen der Künstlerin "Die Zigeunerin" und "Die Nacht". "Der Musikant" und "Seemanns Abschied" ließen Wünsche offen, Pianist Wolfram Rieger dagegen keine.
Jubilar Nr. 2, Robert Schumann, dessen 200. Geburtstags im Juni zu gedenken ist, hat Annette Dasch anno 2000 einen Wettbewerbstriumph eingebracht. Sein Eichendorff-"Liederkreis" op. 39 liegt ihr ideal, Gestaltungen wie "Auf einer Burg" und "Wehmut" demonstrieren ihr kostbares Material. Bei Exponiertem wie der "Mondnacht" hört der Stimmfetischist schmerzlich, dass die Mozart-Sängerin (allzu früh) ins deutsche Helden-Fach abgehoben hat.











