Zeit, Raum, Temporausch
Tatiana Trouvés "Il Grande Ritratto" und Kunstwerke zum Thema Geschwindigkeit als spannendes, amüsantes Doppel im Kunsthaus Graz.

Foto © BauerKunsthuas Graz
In einen wundersamen Raum hat die Französin Tatiana Trouvé den Space02 im Kunsthaus Graz verwandelt. Das Rollband führt aus dem Erdgeschoss in ein Ambiente zwischen Zauberwald und strenger Kammer. Steinblöcke kommen in den Weg, in Leder geschnürte Eisengebilde. Man passiert Räume, in welchen Wesen aus alten Druckflaschen wachen, kommt vorbei an Miniaturtüren, die sich in Miniaturlifte öffnen.
"Il Grande Ritratto" nennt die 1968 geborene Künstlerin ihr Gesamtkunstwerk nach einem Roman von Dino Buzatti, in dem es um die sehr menschlichen Gefühle von Maschinenwesen geht. Sie wollte, sagt Trouvé, einen Raum schaffen, "in dem die Zeit angehalten ist". Als Chance für den Besucher, sich auf vielfältige, in einem interessanten Katalog beleuchtete Aspekte einzulassen.
Im Space01 darüber geht es ebenfalls um Zeit. "Catch Me! Geschwindigkeit fassen" ist der Titel einer äußerst munteren Zusammenstellung von Klassikern und Neuem zum Thema Bewegung. Unter ersteren "Der Lauf der Dinge" von Fischli & Weiss, Videos von Roman Signer und ein erst im Vorjahr wieder entdeckter Kurzfilm von Claude Lelouch: "C'etait un rendezvous" (1976). Um der Geliebten vor Sacré-Coeur in die Arme zu fallen, brettert der Regisseur mit 140 durch ein frühmorgendliches Paris. Zu sehen ist der Film in einer kleinen, aber feinen Biblio- und Mediathek innerhalb der Schau.
Mit Arbeiten von Erika Giovanna Klien, Ludwig Reutterer und Wilhelm Rösler ist der österreichische Kinetismus vertreten.
Extra für die in vielen Nuancen schillernde Schau fertigten Markus Wilfling, Daniel Hafner und Christian Eisenberger durchwegs treffliche Beiträge.













