Happy End für jüngsten Herzpatienten
Gerald Pichler ist der jüngste Patient, an dem in Graz jemals ein Spenderherz transplantiert wurde. Der 14-Jährige darf am Donnerstag nach Hause.

Foto © APA/SujetIm vergangenen Oktober wurde ein Spenderherz gefunden. Gerald kämpfte, sein Körper stieß das Herz nicht ab, und heute gilt er damit als jüngster Patient, der in Graz jemals ein Spenderherz bekam
Er ist ein cooler Typ. Blondes schulterlanges Haar mit pinken Strähnen, die ihm ins Gesicht hängen. Heavy Metal Fan, nietenbesetzter Gürtel, ein lässiges Lächeln auf den Lippen. Cool und lässig war zuletzt für Gerald Pichler, den 14-jährigen Hauptschüler aus Linz, aber wenig. "Ich bin schon froh, dass ich heute heim darf - sosehr sich hier alle auch Mühe gegeben haben."
Denn: Fast ein Jahr verbrachte Gerald in der Kinderklinik des Grazer LKH. Monatelang wartete er nach einer schweren Herzoperation auf ein Spenderherz. "Ich bin mit dem Kunstherz durch die Gänge gefahren, später durfte ich auch ins Kino, aber eben immer nur so lange der Akku hielt." Und endlich - im vergangenen Oktober - wurde ein Spenderherz gefunden. Gerald kämpfte, sein Körper stieß das Herz nicht ab, und heute gilt er damit als jüngster Patient, der in Graz jemals ein Spenderherz bekam.
Herzchirurg
"Man kann sich gar nicht vorstellen, was das für einen Jungen in seinem Alter heißen muss, ein Jahr lang mit einem Kunstherz herumzufahren. Der Gerald war sehr tapfer." So begeistert wie Kinderkardiologe Andreas Gamillscheg sind auch seine Kollegen - Transplant-Chirurg Andrä Wasler und Herzchirurg Igor Knez. "So eine schwierige Operation mit all der komplexen Betreuung drumherum ist nur an einer Uniklinik möglich", weiß Knez. Pro Jahr werden in der Steiermark 15 Herzen transplantiert, österreichweit sind es 70, weltweit 4000. "Bei so jungen Patienten ist der Eingriff aber nur ganz selten", erklärt Wasler.
Wie es nun weiter geht? "Gerald muss sein Leben lang Tabletten nehmen, damit sein Immunsystem das Herz in Ruhe lässt, ansonsten kann er aber ein ganz normales Leben führen", freut sich Gamillscheg. Doch normal will es Gerald gar nicht. "Was ich tue, wenn ich zu Hause bin? Also ich wünsche mir einen Fallschirmsprung und eine Badewanne voll Red Bull." Dem Personal wird Gerald fehlen. "Das will ich auch hoffen", lacht er.















