Faymann diskutierte mit Grazer Schülern
Faymann bei Schülern und bei Genossen: "Wenn uns keiner glaubt, dann schaut's schlecht aus für die SPÖ."
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"Ich komme gerne in die Steiermark, und ich komme jetzt oft", sagt der Kanzler, und tatsächlich führten die Wege Werner Faymann jetzt schon zum dritten Mal innerhalb weniger Tage über den Semmering. Am Dienstag war der Anlass eine Diskussion mit Schülern in der Bulme Graz, und danach eine Auseinandersetzung mit dem sozialdemokratischen Landtagsklub. So weit weg voneinander waren die beiden Veranstaltungen gar nicht: Die Frage, wie sich die Sozialdemokratie nachhaltig und sichtbar unterscheiden könne von den übrigen Parteien, dominierte hie wie da.
Das 90-Jahr-Jubiläum war der Jungtechniker-Schmiede in Graz Anlass, eine Gesprächsserie zu starten, bei der man Spitzenpolitiker einlädt, sich mit den Wählern von morgen auseinanderzusetzen. Faymann war der Erste, aber er wird nicht der Letzte sein.
Die Bankensteuer und den Klimagipfel in Kopenhagen wählt er als Einstieg, um die jungen Leute zu interessieren. "Und was ist das Unverwechselbare an der Marke SPÖ?" ist die erste Frage an ihn und den Grazer SPÖ-Chef Wolfgang Riedler. Faymann: "Ich wünsche mir, dass die Leute sagen: Die SPÖ ist sozialer, da ist jeder gleich viel wert. Wenn uns das keiner glaubt, dann schaut's schlecht aus für die SPÖ."
Er sei seit einem Jahr politisch aktiv, bekennt der Nächste. Bei der FPÖ, setzt er nach. Und will wissen, warum Faymann die nicht mag. Der Kanzler weicht nicht aus: Wenn's ein Problem gibt, gieße die FPÖ noch Öl ins Feuer. "Das kann erfolgreich sein. Aber ich halt' nix davon, die Leut' so aufzuhetzen, dass man das Problem dann gar nimma lösen kann."
Warum ÖVP und SPÖ nicht beliebt seien bei der Jugend? "Das liegt an den Parteien, nicht an Ihnen", sagt Faymann. Sein Rezept: Auf die Leute ehrlich zugehen, keinem was vorlügen: "Dann hat der Strache 2013 keine Chance."
Die linken SPÖler fordern von ihrer Partei eine Positionierung: raus aus der Mitte, weit nach links. Es sind aber vor allem die Älteren, Landtagspräsident Kurt Flecker zum Beispiel, oder Ex-Sozialminister Erwin Buchinger, die die Grundsatzdebatte am Köcheln halten. Der steirische Ex-Eurofighter-Aktivist Rudolf Fußi will am 10. März die "SPÖ-Linke" gründen. "Der Herr Fußi ist kein großer Faktor in der SPÖ", sagt Faymann nach dem Gespräch mit den Schülern. Dass es kritische Kräfte gibt in der SPÖ, das gehört für ihn dazu, auch wenn er sich selbst der Mitte zugehörig fühlt. Die Frage des ersten Schülers, wofür steht die SPÖ, sei aber entscheidend: Das gemeinsame Erscheinungsbild der SPÖ müsse es geben, und da sei in den letzten Wochen auch mit der steirischen SPÖ, mit Franz Voves, wieder "einiges gelungen". Eine Zusammenarbeit der steirischen SP mit der FP wünsche er sich nicht, wiederholte Faymann. "Aber ich habe keine diktatorischen Fähigkeiten, und ich bin froh, in keiner diktatorischen Partei zu sein."


















