David gegen Goliath im Klassenbuch-Kampf
14 Grazer Maturanten entwickelten eine günstigere Alternative des elektronischen Klassenbuchs zu der des bisherigen Anbieters.

Foto © Jürgen FuchsDie Firma: David Tschmelak, Johannes Jäger und Meriton Ameti präsentieren ihr "Web4Class"
Nicht übersichtlich genug, zu viel Schnickschnack und überhaupt. Am Borg Monsbergergasse in Graz verfolgte der Lehrkörper die Einführung des von einer Computerfirma angebotenen elektronischen Klassenbuchs (wir berichteten) besonders genau. Das Fazit: nicht genügend. Schnell war Hilfe im Anmarsch - nämlich in Form von 14 Schülern der Informatik-Maturaklasse, die einfach selbst ein System programmiert haben.
"Wir haben im Rahmen eines Projekts eine Firma gegründet und eine abgespeckte, für den Alltag optimierte Version erarbeitet", erklärt David Tschmelak, Geschäftsführer der "Tec'n'Teach Junior Company". Fehlstunden, Einträge und der Unterrichtsstoff können wie beim Profi-Produkt am Computer eingetragen werden. Einziger Unterschied ist der Preis des "Web4Class". Während die Konkurrenz 600 Euro für das Basis-paket verlangt, kostet das papierlose Klassenbuch der Maturanten 439 Euro. Alles inklusive.
Derzeit läuft noch die Testphase, die an der Schule der Tüftler selbst stattfindet. Läuft diese erfolgreich, könnte das Klassenbuch als Alternative zur teureren Version auf den Markt kommen. "Wir haben die Möglichkeit, die Firma auch nach unserer Matura weiterzuführen", berichtet der 18-jährige Tschmelak.
Im Büro von Landesschulrat Wolfgang Erlitz zeigt man sich am Produkt der Schüler interessiert. "Wir werden das Produkt nach dem Testlauf gemeinsam mit Experten evaluieren", so Erlitz-Sprecher Michael Samec.
Testlauf 1987
Wer übrigens glaubt, das elektronische Klassenbuch sei wie vom Ministerium kommuniziert eine moderne Neuerung, irrt. Schon 1987 entwickelte ein Lehrer der HAK Mistelbach (NÖ) eine Version, die im Oktober desselben Jahres vom Unterrichtsministerium als "erprobungsreif und knapp vor dem Testeinsatz" bezeichnet wurde. Davon können die jungen Grazer aber nichts wissen. Sie waren da nämlich noch nicht einmal geboren.

















