Kleinstunternehmen können rund 10.000 neue Jobs anbieten
Trotz der Krise wollen Kleinstunternehmen kooperieren, expandieren und neue Mitarbeiter aufnehmen. So die Ergebnisse einer Studie.

Foto © David Bauer
Wachstumsorientiert, kooperativ und finanzbedürftig: Das ist laut Studie das Profil von Mikrounternehmen - Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern -, die in der Steiermark durchgeführt wurde. Positiver Ausblick dabei: Die rund 37.000 steirischen Kleinstunternehmen könnten längerfristig 10.000 neue Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Graz.
400 Unternehmen befragt
Unter der Leitung der Unternehmensberaterin Nadja Schönherr wurden 400 steirische Mikrounternehmen aller Branchen befragt. "Wir haben herausgefunden, dass das durchschnittliche steirische Mikrounternehmen männlich geführt wird, 2,8 Mitarbeiter hat und mehr als zehn Kunden betreut. Die meisten Unternehmer haben außerdem eine Lehre oder eine Schulbildung ohne Matura absolviert, so Schönherr. Über 70 Prozent der steirischen Kleinstunternehmen wollen in den nächsten Jahren expandieren und neue Mitarbeiter aufnehmen. Zusammengefasst ergibt das ein Potenzial von 10.000 neuen Arbeitsplätzen. Groß ist auch die Kooperationsbereitschaft und an gemeinsamen Entwicklungsaktivitäten.
Problematisch sei dagegen laut Schönherr die finanzielle Situation der Unternehmen. So hätten 46 Prozent der Unternehmer zur Zeit zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch Kinderbetreuung ist in vielen Mikrounternehmen nicht ausreichend: 7.000 Unternehmer sehen Probleme darin, Beruf und Familie zu vereinbaren, 17 Prozent sind mit dem Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen nicht zufrieden. Ebenso wird die derzeitige wirtschaftliche Situation von der Mehrheit der Befragten als kritisch eingestuft.
"Wir haben bereits einen Stufenplan erstellt, um den Mikrounternehmen zu helfen", erklärte Forschungslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V). So sollen z. B. geringere Kreditsummen möglich sein. Wichtig sei auch, dass Informationen z.B. über Förderungen so angeboten werden, dass sie von Mikrounternehmern trotz durchschnittlicher 60-Arbeitsstunden-Woche auch wahrgenommen werden. Gefördert wurde die Studie vom Gründerinnenzentrum Steiermark, der Familienförderungsinitiative "Taten statt Worte", vom Land Steiermark sowie von Verkehrs- und Wissenschaftsministerium.
















