Nächtliche Spitals-Odyssee mit mehrfach gebrochener Nase
33-jähriger Grazer wurde im UKH zwar medizinisch versorgt. Allzu großes Mitleid für seine Lage dürfte der Mann aber nicht erhalten haben.

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Es geschah vor Weihnachten, der Ärger ist bei Stefan Liebminger aber noch nicht verraucht. "Ich kam mit einer Verletzung in der Nacht ins Grazer UKH. Doch dort wurde ich ans LKH verwiesen. Per Taxi." Folgendes war - aus der Sicht Liebmingers - geschehen. In der Nacht von 19. auf 20. Dezember wurde der 33-Jährige gegen vier Uhr in der Früh von einem Unbekannten auf dem Hauptplatz niedergeschlagen. Im UKH wurde eine Computertomographie gemacht, die Verletzung abgeklärt. "Danach hat mir der Arzt aber nur Taschentücher in die Hand gedrückt und mich ans LKH verwiesen. Ich musste mir das Taxi selber holen. Wenn ich draußen erfroren wäre, hätte das niemand bemerkt."
Gesprächsbereitschaft
Im LKH wurde Liebminger noch am selben Tag operiert. Der Biochemiker an der TU Graz hatte eine mehrfach gebrochene Nase, unter anderem einen Bruch des Jochbogens. Ein Vorfall, der auch der UKH-Leitung leid tut. Der Ärztliche Direktor, Franz Josef Seibert, stellt aber auch klar, dass der Patient "medizinisch vollkommen abgeklärt und versorgt wurde. Was fachlich machbar war, haben wir getan". Auch der Arzt, der Liebminger in jener Nacht versorgt hatte, will sich nichts vorwerfen lassen. "Man muss eines sehen", sagt er. "Wir haben bis zu 15 alkoholisierte Patienten pro Nacht in der Weihnachtszeit, und ich kann einem Betrunkenen keine Medikamente geben. Da sich die Spezialabteilung für seine Verletzungsart im LKH befindet, habe ich ihn hin geschickt, und ich kann von einem Akademiker erwarten, sich selbst ein Taxi zu rufen." Primar Seibert bietet Liebminger dennoch ein Gespräch an. Den unbekannten Schläger sucht die Polizei noch.

















