Der Profi-Einbrecher und sein verpfuschtes Leben
Ein Einbruch in eine Volksschule in Graz brachte einem 55-jährigen Steirer nur ein paar Flaschen und eine Verlängerung im Häfen. 31 Jahre hat er schon gesessen. Derzeit sitzt er Vorstrafe Nummer 16 ab.

Foto © APA/SujetWert der Beute des letzen Einbruchs: 15 Euro und 50 Cent. Das Urteil: sechs Monate als Zusatzstrafe zur letzten Verurteilung
Ob er auch gearbeitet hat, fragt Richter Gernot Patzak den Angeklagten. "Sporadisch." In letzter Zeit war er aber "viel im Gefängnis". "Wohnhaft?" - "Herrgottwiesgasse." Karlau. Von seinen 55 Lebensjahren hat der Angeklagte - rechnet der Richter überschlagsmäßig aus - 31 Jahre gesessen. Derzeit sitzt er Vorstrafe Nummer 16 ab (zwei Jahre wegen Einbruchs in Sparvereinskästen), aktuell verantwortet er einen Einbruch in eine Volksschule bei Graz. "Ich glaub', das können S' am besten: Einbrechen, gell?" - "Na, i bin schon g'schickt auch."
15 Euro und 50 Cent
"Gehen Sparvereinskästen eigentlich leicht auf?" - "Ja." "Und wie kommen Sie bei den Einbrüchen rein?" - "Das ist das Schwerste." In der Volksschule half ein Schraubenzieher beim Aufbrechen des Kellerfensters und mehrerer Türen. "Kennen Sie sich mit Alarmanlagen aus?" - "Weniger." "Aber Sie haben große Erfahrung . . ." - "Ja, aber ich bin kein Profi. Sonst wär' ich ja nicht erwischt worden." Das ist vielleicht etwas hart formuliert. Die Volksschule war übrigens eine Niete. Im Konferenzzimmer hatten die Lehrer kein Geld. "Ich war ang'fressen und hab' mich auf die Stiege gesetzt und nachgedacht." Dabei halfen zwei Bier und zwei Flaschen Sekt aus dem Kühlschrank. Wert der Beute: 15 Euro und 50 Cent.
"Wissen Sie, wie man auf Sie gekommen ist?" - ??? - "Sie haben eine DNA-Spur hinterlassen. Sie sind registriert. Künftig müssen Sie auch damit rechnen." Tja, die Zeiten werden immer härter. "Ich fühle mich vollinhaltlich schuldig." Das Urteil: sechs Monate als Zusatzstrafe zur letzten Verurteilung. "Irgendwie sind Sie ein armer Kerl. Ihr Leben ist so verpfuscht. Die Strafe bringt Ihnen im Winter wenigstens ein Quartier ein." - "Danke."













