Erste eingetragene Homo-Partnerschaft
Die erste Eingetragene Partnerschaft in der Steiermark ist amtlich. Doch während für das Paar Kaiser Eipper damit ein langer Weg sein positives Ende findet, ist die politische Diskussion noch nicht beendet.

Foto © Jürgen FuchsJörg Kaiser und Paul-Bernhard Eipper mit ihrer Partnerschaftsurkunde
Bitte einmal lächeln! Hierher schauen! Und jetzt auch noch einmal zu uns drehen!" Auf einen eigens engagierten Fotografen konnten Jörg Kaiser und Paul-Bernhard Eipper bei der Eintragung ihrer Partnerschaft Donnerstagrüh verzichten, zogen sie doch das Interesse aller heimischen Medien auf sich. Dabei war um acht Uhr morgens noch gar nicht sicher, ob alles planmäßig ablaufen könne.
Festlich herausgeputzt warteten die beiden im dritten Stock des Amtsgebäudes, im hintersten Eck eines langen, dunklen Ganges. Wenig romantisch, "aber passend für diesen bürokratischen Akt", so Eipper. Ein Akt, der sich Ermittlungsverfahren nennt und geschlagene eineinhalb Stunden dauerte.
"Ich musste alle Dokumente genau prüfen", erklärt Amtsleiterin Ursula Leitner. Eine Einschulung hat sie für diese Tätigkeit, die bei heterosexuellen Paaren ein Standesbeamter durchführt, nicht bekommen. "Es ist learning by doing", lacht sie. Und ein großer zusätzlicher Aufwand. Die Partnerschaft von Eipper und Kaiser war gleich eine dreifache Herausforderung. Es war die erste eingetragene Partnerschaft mit der Besonderheit, dass Eipper deutscher Staatsbürger ist. "Dazu kam noch die Namensänderung von Herrn Kaiser, für die auch noch zusätzliche Dokumente verändert werden mussten", erklärt Leitner.
Auch für Kaiser selbst bedeutete die Namensänderung einen kurzen Schock. Nicht nur, dass er mit der Eingetragenen Partnerschaft seinen Familiennamen gegen einen Nachnamen eintauschen muss. Homosexuellen Paaren ist bei Übernahme des Partnernamens das Verwenden eines Bindestrichs untersagt. "Ich heiße jetzt eben Jörg Eipper Kaiser".
Eine symbolische Diskriminierung, die trotz Rosenregens auch Vizebürgermeistern Lisa Rücker, die sich unter den Gratulanten befand, zu Kritik veranlasste: "Ich werde am Montag das Gespräch mit Siegfried Nagl suchen, um unter anderem auch die Ortsfrage des Verpartnerung zu besprechen." Die derzeitige Lösung sei indiskutabel und stelle die Koalition in Frage. "Es wird Zeit, dass sich Graz dem anpasst, was im restlichen Österreich üblich ist." Auch Hans Peter Weingand von der schwullesbischen Arge RosalilaPantherinnen bedauert die symbolischen Grenzen. "Aber das Gesetz ist erst der Beginn", ist er sicher. "Es wird sich noch vieles ändern."
Für das Paar Eipper Kaiser beginnt diese Veränderung schon jetzt. Denn endlich können sie sich auch vor dem Gesetz Mann und Mann nennen.
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Kommentar
Eingetragene Partnerschaften
Seit 1. Jänner 2010 ist es homosexuellen Paaren möglich, ihre Partnerschaft amtlich eintragen zu lassen. Damit sind viele - der Ehe ähnliche - Rechte und Pflichten verbunden.
Die Paare dürfen den Bund jedoch nicht am Standesamt eingehen. Übernehmen sie den Namen des Partners gilt dieser fortan nicht mehr als Familienname, sondern als Nachname.

















