Rücksicht hat Vorrang
Der neue Sonnenfelsplatz, auf dem künftig alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, bekommt Wasserfläche, Farbstriche und Poller.
Ein Blick auf den vorliegenden Entwurf genügt - und jene, die bislang den großen Umbruch beim Sonnenfelsplatz angezweifelt haben, werden ihre Meinung wohl revidieren. Denn laut Computer-Grafik bleibt auf dem Platz nahe der Karl-Franzens-Universität kaum ein Stein auf dem anderen: Nicht nur Studiosi sollen schon ab Herbst über Asphaltflächen wandeln, die von einer Wasserfläche, Betonblöcken und bunten Farbstrichen dominiert sind.
Nach dem Vorbild von "Shared Space"-Flächen in den Niederlanden sind künftig ja auch auf dem Sonnenfelsplatz alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt - auf Tafeln und straßentypische Bodenmarkierungen wird verzichtet.
Bezüglich der Platzgestaltung waren Ideen aus der Bevölkerung willkommen. "Dies haben viele genützt und entscheidende Vorschläge an uns herangetragen", weiß Thomas Fischer, Projektleiter bei der Stadtbaudirektion.
So wird der neue Sonnenfelsplatz entlang der Häuser - abgestimmt auf die Fassaden - bunte Flächen aufweisen. "Von diesen führen Farbstriche gleichsam wie Finger zur Platzmitte hin, die den stufenweisen Übergang des Miteinanders verdeutlichen", so Fischer. "Auf den Flächen bei den Hausmauern bin ich als Fußgänger am sichersten, dort ist auch das Blindenleitsystem integriert. Je mehr ich dann zur Platzmitte hin gehe, umso mehr muss ich zuerst mit Radfahrern und dann mit Autolenkern rechnen."
Der Gehbereich wird zudem durch Poller und Betonblöcke gesichert. "Die Gastgärten werden aber nicht berührt, im Gegenteil, die Wirte haben künftig sogar mehr Platz", betont Fischer. Und: Auf vielfachen Wunsch wird in der Platzmitte ein überfahrbarer Wasserbereich realisiert.
Fischer: "Wir legen nun den Entwurf der Altstadtkommission vor und lassen ihn im Gemeinderat absegnen. Geht alles glatt, steht der neue Platz im Herbst."

















