Homo-Ehe: Nagl traut sich, aber nicht ganz
Wien, Salzburg und Linz öffnen Homosexuellen Trauungsstätten für die Eintragung ihrer Partnerschaften. Der Grazer ÖVP-Bürgermeister bremst, öffnet ihnen aber das Rathaus.
Seit Tagen gab es ein heftiges Ringen in der Grazer ÖVP. Da ab 1. Jänner homosexuelle Paare ihre Partnerschaften eintragen lassen können, müht man mit einer heiklen Frage ab: Wo soll die Stadt Bürger diesen Rechtsakt vornehmen lassen. Liberale VP-Kräfte - aber auch die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker - drängten darauf, dass Bürgermeister Siegfried Nagl den Trauungssaal öffnet. VP-Hardliner bestürmten ihn, dass eben dieser Tabu bleiben müsste.
Gestern hat Nagl den Mittelweg gewählt: "Wir wollen diesen Paaren einen öffentlichen Raum zur Verfügung stellen, um ihre Partnerschaft öffentlich eintragen lassen zu können." Nagl traut sich, aber nicht ganz. Er öffnet das Media-Center im Rathaus, aber nicht den Trauungssaal: "Weil ja die eingetragene Partnerschaft auch rechtlich nicht mit der Ehe gleichgestellt ist." Anders als Graz haben Wien, Linz und Salzburg festliche Räume samt Zeremonie für die Eintragung geöffnet (siehe Infobox).
Für den Vorsitzenden der schwul-lesbischen Interessensvertretung "Rosalila Panther", Kurt Zernig, kann das nur ein erster Schritt sein: "Mit einem weinenden Auge sehen wir, dass es für uns in einer Menschenrechtsstadt mit grüner Regierungsbeteiligung nicht den Zugang zu Trauungsorten gibt, wie ihn andere Städte ermöglichen." Mit einem lachenden Auge sehe er, dass die Eintragung wenigstens in entsprechendem Rahmen im Rathaus möglich sei: "Immerhin ist es ja das Rathaus aller Grazer, nicht nur der heterosexuellen.
















