Ein Galerist sagt "Tschüss Graz!"
Patrick Ebensperger übersiedelt mit seiner nach Berlin.

Foto © Erwin ScheriauPatrick Ebensperger
Herr Ebensperger, am Freitag laden Sie zur Abschiedsparty, ab Samstag übersiedeln Sie mit Ihrer Galerie von Graz nach Berlin. Was hat die deutsche Metropole, das die steirische nicht hat?
PATRICK EBENSPERGER: 577 Galerien. Und ein gewaltiges Zielpublikum. Daneben kann man derzeit in Berlin verhältnismäßig kostengünstig arbeiten.
"Ich will den Beweis antreten, dass eine große Galerie auch in Graz funktioniert", haben Sie 2006 gesagt. Aus der Traum?
EBENSPERGER: Nein, es hat ja funktioniert. Die Galerie ist ein gesunder Betrieb. Ich sehe die Übersiedlung als Schritt nach vorne und nicht als Flucht. Mit Berlin habe ich schon immer kokettiert.
Die Wirtschaftkrise haben Sie nicht gespürt?
EBENSPERGER: So ziemlich jeder hat sie gespürt. Die Krise ist aber nicht der Grund für den Ortswechsel. Wäre sie es, dürfte ich nicht nach Berlin gehen. Auch dort sperren Galerien zu.
Ihr Berliner Programm?
EBENSPERGER: Sicher zeigen werde ich Hauenschild Ritter. Da sind schon Ausstellungen in Planung. Auch Pirmin Blum und Siegfried Anzinger werden in Berlin zu sehen sein.
An welche Grazer Kulturveranstaltungen werden Sie sich gerne zurückerinnern?
EBENSPERGER: An den "steirischen herbst" unter Veronica Kaup-Hasler, an die Diagonale und an Ausstellungen in der Neuen Galerie und im Kunsthaus. Die dortige Kippenberger-Schau war großartig.
Gibt es schon einen Nachmieter für die Grazer Räume?
EBENSPERGER: Meines Wissens noch nicht.
Features
Tschüss Graz!
Abschiedsfest mit Pop-Metzger-Konzert. Galerie Ebensperger, Mehlplatz 1, Graz. Freitag, 19.59 Uhr.
















