Nikolaus vs Weihnachtsmann: Da prallen Welten aufeinander
Kennt den Nikolaus wirklich jeder oder meinen wir doch den Weihnachtsmann? Wir haben uns bei Kindergarten- Kindern umgehört und vergleichen die Biografien der beiden bärtigen Herren.

Foto © Erwin ScheriauDer eigentliche Gegenspieler vom lieben Nikolaus ist nicht etwa der Krampus - sondern vielmehr der Weihnachtsmann
So nett der Nikolaus ist, einen ungeliebten Gegner hat er. Und hier ist nicht die Rede vom Krampus. Vielmehr macht ihm ein Weißbärtiger im drallen, winterlichen Superman-Kostüm Probleme, der Weihnachtsmann.
Wir haben die Lebensläufe der beiden verglichen und auch die Kinder des Gemeindekindergartens von Judendorf-Straßengel gefragt. Wer nun sympathischer ist, darüber können Sie sich selbst ein Bild machen. Der nette Herr mit dem schweren geschichtlichen Hintergrund, oder doch der Rauschebart, der die Bösen gleich selbst bestraft.
Und das meinen die Kinder des Gemeindekindergartens von Judendorf-Straßengel zu Nikolaus und Weihnachtsmann:
Sarah: "Heute kommt der Weihnachtsmann. Er hat einen roten Mantel und im Sack bringt er den Krampus mit."
Roman: "Der Nikolaus ist alt und der Krampus auch. Der Krampus ist aber ein Mensch. Der Nikolaus nur alt aber dafür lieber."
Leo: "Ich glaub' der Nikolaus kommt aus dem Einkaufsland, weil er so viele Sachen dabeihat. Er ist sicher hundert Jahre alt."
Celina: "Der Nikolaus ist ein dünner Mann aus der Türkei. Er spricht aber deutsch und sein Verwandter ist der Osterhase."
Emil: "Der Krampus ist Beifahrer in einem Auto, das hab' ich selbst gesehen. Der Nikolaus kommt aber sicher im Schlitten."
Markus: "Der Nikolaus kommt aus dem Nikolausland. Wo das genau ist, weiß ich nicht, aber er bringt immer Karotten."
Melanie: "Der Weihnachtsmann kommt aus dem Schlafland, weil er eine Schlafmütze aufhat. Er schaut eh immer müde aus."
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Zum Thema
Der Weihnachtsmann
. . . hatte ursprünglich einen blauen Mantel. 1920 setzte sich aber sein Outfit in Rot-Weiß durch. Anteil daran hat der Grafiker Hadon Sundblom, der ihn für ein Werbeplakat in die Coca-Cola-Farben kleidete.
. . . war aber bereits im 19. Jahrhundert bekannt. Er bringt den Kindern in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember Geschenke. Den bösen Kindern aber hinterlegt er eine Rute.
. . . wurde 1821 in dem Gedicht "Santeclaus" von William Gilley als "in Fell gekleidet" beschrieben.
. . . heißt in den USA Santa Claus, weil niederländische Einwanderer ihren Sinterklaas in die Staaten brachten. Daraus wurde Saint Claus und schließlich Santa Claus.
. . . hat seit 1823 treue Begleiter. In einem Gedicht wurden die Rentiere Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Cornet, Cupid, Donner und Blitzen genannt. Rudolph kam 1939 hinzu.
. . . wird in Russland "Väterchen Frost" genannt.
. . . lebt immer noch! Für die Amerikaner und die Europäer hat er seinen Wohnsitz auf dem Nordpol. Die Finnländer dagegen sind der Auffassung, dass er in Lappland lebt. Schweden behaupten, ihn in Dalarna gesehen zu haben.
Der heilige Nikolaus
. . . wurde in Patara in der Nähe von Antalya 280 oder 286 nach Christus geboren und hieß eigentlich Nikolaos.
. . . wurde mit 19 Jahren vom damaligen Bischof von Myra (der heutige Ort Demre) zum Priester geweiht und später selbst Bischof von Myra.
. . . wird oft mit Abt Nikolaus vom Kloster von Sion (in der Nähe von Myra) verwechselt. Dabei wurde dieser selbst nach dem damals bereits verehrten Bischof Nikolaus genannt.
. . . wurde erstmals 565 nach Christus erwähnt. Im 6. Jahrhundert wurde auch die Nikolaus-Kirche in Konstantinopel erbaut. Der bekannteste Text über ihn ist aber in der "legenda aurea" enthalten, einer mittelalterlichen Legendensammlung. Darin kam es auch zur Vermischung der diversen Nikoläuse.
. . . starb am 6. Dezember 342 oder 347. Er wurde unweit von Myra beigesetzt.
. . . soll einige Wunder vollbracht haben. Darunter das Kornwunder, bei dem er Korn an Hungernde verteilte, ohne dass die Ladung des Schiffes geringer wurde.
. . . ist seit dem 16. Jahrhundert beliebter Gabenbringer.
. . . trägt die Mitra (Bischofsmütze), den Krummstab und den Bischofsring. Ein roter Mantel und der weiße Bart sind typisch.
. . . hat seit dem 17. Jahrhundert einen Begleiter, der Kinder erschreckt. Und er hat seit dem 19. Jahrhundert einen erbitterten Konkurrenten: den Weihnachtsmann.

















