"Ein Tabellenführer muss nie Angst haben"
Vor dem heutigen Spiel in Wien sollten die 99ers Respekt haben, mehr nicht. Das Penalty-K.o. gegen den KAC war eigentlich keine echte Niederlage.

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Was kann man aus der Penalty-Niederlage gegen den KAC lernen? Zunächst einmal, dass der KAC immer dann am gefährlichsten ist, wenn er angeschlagen daher kommt. Die Jungspund-Truppe, die in Graz auflief, hat sich richtig in das Match verbissen und sich den Sieg erkämpft. Wenn die Klagenfurter irgendwann wieder komplett spielen können, sind sie brandgefährlich.
Keine Auswirkungen
Der KAC hat den Erfolg aber auch viel dringender gebraucht, als Graz. Dafür haben die Kärntner gekämpft. Sie wussten, dass sie sich weitere Niederlagen nicht leisten können, weil sie sonst um einen Play-off-Platz raufen müssen und so sind sie dann auch aufgetreten.
Die 99ers müssen sich hingegen trotz der Niederlage keine grauen Haare wachsen lassen. In der Tabelle gab es keine Auswirkungen, obwohl vor einem ausverkauften Haus natürlich ein Sieg schön gewesen wäre. Aber für mich persönlich ist nach dem zwölften Penalty zu verlieren gar keine echte Niederlage. Das ist fast nur noch Glückssache. Und auch so wird wohl kaum einer unzufrieden nach Hause gegangen sein, denn es war ja eine hochklassige Partie.
Aufgefallen ist auch, dass sich einiges geändert hat. Auch durch die Ausfälle ist der als Techniker-Truppe bekannte KAC über den Kampf zum Sieg gekommen, während die früher nur kämpferisch erfolgreichen 99ers gewachsen sind und ihre Spiele meist mit Cleverness, Ruhe und Selbstvertrauen gewinnen. Diesmal hat der 110-prozentige Einsatz über die Cleverness triumphiert, auf Sicht gesehen ist aber der Grazer Weg der bessere.
Heute geht es für die 99ers nach Wien, wo es nie leicht ist. Dass die klare Tabellenführung dazu verleitet, Spiele zu locker zu nehmen, denke ich nicht. Dafür sorgt schon das Trainer-Duo Gilligan/Krainz. Denn die Hoffnung, dass alles zum Selbstläufer wird, kann auch gute Teams stolpern lassen. Heute bei den Caps ist Respekt angesagt, Angst müssen die Grazer aber vor niemandem haben. Als Spitzenreiter fährst du überallhin, um auch zu gewinnen. Hinten solide stehen, dann kommt der Rest von allein. Nur Achtung vor den Wiener Kontern, die haben zuletzt auch Salzburg zu Fall gebracht.
Peter Znenahlik (45) ist ehemaliger Eishockey-Profi und -Trainer & 93-facher Teamspieler.
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