ÖVP-Wirbel in Jakomini
VP intern zerstritten / Magistratler und Graz AG-Mitarbeiter gehen getrennte Wege

Foto © Marija Knaizaj
Völlig überraschend legte VP-Bezirksvorsteherin Eveline Gröbelbauer in einer Sitzung Donnerstagabend ihr Amt zurück - überraschend zumindest für die anderen Fraktionen. KP-Bezirksrätin Anna Edeltrud Ulbl-Taschner ist voll des Lobes über die schwarze Politikerin: "Gröbelbauer hat mit allen Fraktionen gut zusammengearbeitet. Für sie standen die Menschen im Mittelpunkt und nicht persönliche Eitelkeiten."
Während im Bezirksrat also offenbar Harmonie herrscht, schaut es in der ÖVP-Jakomini selbst anders aus. Spätestens seit der Obmannwahl vor zwei Wochen gilt die Partei als gespalten. Dabei wird immer ein Name genannt: Ex-Bezirksvorsteher und jetziger VP-Gemeinderat Bernhard Kraxner. Er hat bei der Obmannwahl mit der Stadtpartei im Rücken eine Stichwahl gegen Ursula Zmölnig verhindert -als alleiniger Kandidat kam er dann aber nicht über 59 der 77 abgegebenen Stimmen hinaus.
Auch beim Abgang Gröbelbauers, die aber im Bezirksrat bleibt, gilt Kraxner als Strippenzieher. Als neuer Bezirksvorsteher ist Kraxner-Mann Klaus Strobl im Gespräch, der aber intern schon einmal durchgefallen ist. Durch einen Pakt mit der SPÖ gilt seine Wahl als fix, dafür übernimmt ab 2011 SP-Mann Ewald Muhr.
Für Verwunderung und Schmunzeln sorgt der Chef der Personalvertretung im Rathaus, Gerhard Wirtl von der roten FSG. Für Verwunderung, weil sich viele erwartet haben, die Magistratler würden sich im Kampf gegen das schwarz-grüne "Haus Graz" mit den Graz AG-Kollegen solidarisieren und ebenfalls am kommenden Donnerstag Betriebsversammlungen abhalten. Wirtl will davon nichts wissen: "Wir stehen in Verhandlungen und haben ein gutes Gesprächsklima mit der Regierung. Das wollen wir nicht gefährden."
Für Schmunzeln sorgt ein Adventkalender, den die FSG austeilen ließ. Darauf sind sie schon als Personalvertreter des "Hauses Graz" unterwegs. Wirtl: "Damit wollen wir zeigen, dass wir überall da sind."
Wirbel im Stadtsenat: SPÖ-Chef Wolfgang Riedler ließ ein Stück zur Thalia zurückstellen. Die Stadt sollte Acoton-Chef Gerald Gollenz 77.000 Euro zum abgehaltenen Architektenwettbewerb zuschießen. Für Riedler "völlig absurd. Gollenz ist ein Partner, der uns nur Schwierigkeiten macht und uns bei der Parifizierung - also der Ausweisung der Eigentumsanteile der Thalia - nicht entgegenkommt." Bürgermeister Siegfried Nagl zog das Stück daraufhin wieder zurück und lässt es prüfen.

















