Ein Leben ohne Plastik: Grazer Familie macht den Test
Aber im Alltag ist es eine große Herausforderung, wie eine Familie in der Nähe von Graz weiß: Sie versucht, ohne Plastik zu leben. So weit es geht.

Foto © Erwin ScheriauSandra Krautwaschl aus Eisbach versucht gemeinsam mit ihrer Familie ohne Plastik auszukommen
Wo kann man Kartoffelchips kaufen, die nicht in Plastik eingepackt sind? Sandra Krautwaschl wäre dankbar für einen Tipp. Denn die 38-Jährige aus Eisbach in der Nähe von Graz fragt sich derzeit: Wie würde ein Leben ohne Plastik aussehen? Daraus ist ein Selbstversuch geworden, der sie und ihre Familie vor Herausforderungen stellt. Nicht nur bei Kartoffelchips.
Seit zehn Wochen läuft "Plastic Planet" in den heimischen Kinos. "Wir konnten schon 65.000 Besucher begrüßen, was für so einen Dokumentarfilm beachtlich ist", freut sich Michaela Englert, Sprecherin von "Thimfilm".
Eines Abends schaute sich eben auch Sandra Krautwaschl diese Produktion an, die von den Auswirkungen des Plastikbooms auf die Umwelt und den menschlichen Körper berichtet. "Der Film hat mich berührt. Die Frage war: Was kann ich selbst tun?"
Die ganze Familie macht mit
Die Antwort: Die Probe aufs Exempel machen. Und so versucht Krautwaschl derzeit zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern, Plastik aus ihrem Leben - größtenteils - zu verbannen: Zum einen gab's den großen Kehraus im Haus, "sogar mein Siebenjähriger hat sich von manchem Spielzeug getrennt".
Vor allem aber will die Familie ab sofort beim Einkaufen auf Verpackungen für die gelbe Tonne verzichten. Leichter gesagt als getan: Abgesehen von den Kartoffelchips wird es vor allem bei Hygieneartikeln knifflig, wie Sandra Krautwaschl nun weiß.
Herausforderungen
Ja, da und dort gebe es Herausforderungen - vorerst, wie sie betont. Denn trotz allem ist sie sicher, "dass es irgendwann direkt leicht wird. Man muss sich halt anstrengen und informieren".
Das Experiment will die Familie noch bis Weihnachten weiterführen. Und danach? Einen fanatischen Verzicht auf Plastik wird es nicht spielen, gibt Krautwaschl zu, "dann könnt' ich etwa mein Handy gleich abgegeben. Aber es geht auch nicht darum, zu darben. Wichtig ist es, dort darauf zu verzichten, wo es uns guttut."


















