Manfred Oswald erhält Menschenrechtspreis des Landes 2009
Dem Oberst in Ruhe waren die Opfer von Militärgewalt stets ein Anliegen.

Foto © David BauerDer Gedenkstein am Feliferhof, Oswald erste Initiative, markierte ein Umdenken im österreichischen Bundesheer
Manfred Oswald ist schwer zu stoppen. Nicht wenn er über seine zahlreichen Initiativen spricht und schon gar nicht, wenn er wieder auf eines der vergessenen Opfer der beiden Weltkriege stößt. Dann kann der pensionierte Bundesheer-Oberst unbequem werden. "Jetzt im Ruhestand hab ich ja nur noch einen Vorgesetzten", schmunzelt der 69-jährige Grazer.
Früher, als er noch Fernmeldeoffizier beim Militärkommando Steiermark war, agierte Oswald als Stachel des Gewissens im Fleisch des Bundesheeres. Dort gedachte man zwar oft seiner gefallenen Kriegshelden, nicht aber den Opfern militärischer Gewalt.
Als Oswald 1958 freiwillig einrückte und auf die Schießanlage am Feliferhof in Graz kam, machte ihn ein Grundwehrdiener erstmals auf die Massenerschießungen in dieser Anlage zu Kriegsende aufmerksam. "Sein eigener Vater ist dort hingerichtet worden", erinnert sich Oswald. Der junge Soldat begann Fragen zu stellen. "Es hat mich erschüttert, weil weder die Eltern noch die Lehrer, noch die Offiziere etwas erzählt haben." Erst 1980 war der heeresinterne Widerstand gebrochen und die Gedenktafel am Feliferhof wurde errichtet. Oswald bezeichnet sie als "Türöffner" für eine neue Entwicklung im Heer. Denn danach schaffte es Oswald - er ist auch Mitglied der Liga für Menschenrechte - an weiteren Tabus zu kratzen. Das Schicksal jüdischer Offiziere in der 1. Republik etwa. Die Erforschung der Geschichte des Interniertenlagers am Thalerhof war seine Initiative, ebenso die Enttarnung der neuen Identität von Sigfried Uiberreither, dem ehemaligen NS-Gauleiter der Steiermark.
Mit dem Menschenrechtspreis des Landes Steiermark 2009 wird dem Oberst in Ruhe jetzt eine längst überfällige Ehre zuteil.
















