Feuer am Dach: Ausländische Händler drängen auf Bauernmärkte
Politik unter Druck: Auswärtige Produzenten drängen auf Bauernmärkte. Im Kampf um ausschließlich regionale Produkte könnte Verein helfen.

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Von den Cox-Orange-Äpfeln über das Brot bis zum Sauerkraut: Spaziert man dieser Tage über den Markt auf dem Grazer Kaiser-Josef-Platz, ist scheinbar alles beim Alten.
Doch das Idyll trügt, hinter den Kulissen ist Feuer am Dach. Der Grund: Neben Händlern aus Ungarn und Italien, die vermehrt in Richtung Bauernmärkte drängen (wir berichteten), wollen dort auch steirische Produzenten ihre Zelte aufschlagen - und Waren verkaufen, die laut alteingeses-senen Standlern nie und nimmer zu einem Bauernmarkt passen.
Auch die Politik ist dieser Ansicht - und sucht, während die Anträge aus dem Ausland auf ihre Erledigung warten, verzweifelt einen Ausweg. Die Lösung: So schnell wie möglich muss eine neue Marktordnung her.
Erst jüngst sorgte ein steirischer Safthersteller für Aufregung, der auf dem Kaiser-Josef-Markt "Granatapfelsaft" verkaufen wollte - "aber im Tetra-Pak und von Früchten aus Bosnien-Herzegowina", erklärt Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg die abschlägige Antwort. Doch erst durch solche Anträge habe man erkannt, "dass Bauernmärkte in der gültigen Marktordnung eigentlich nichts verloren haben".
Dabei habe man "schon lange darauf hingeweisen", betonen einige Standler, "und jetzt brennt halt der Hut". Sie stellen sich vor allem eine Frage: Könnte es angesichts von EU-Gesetzen ("Freie Arbeitsplatzwahl und so") und des Andrangs von Ungarn und Italienern nicht brenzlig werden für regionale Märkte?
Die Antwort: Im Rathaus werden die Anträge aus dem Ausland "sehr gewissenhaft" geprüft, was durchaus dauern könne - und derweil rauchen die Köpfe der Juristen: "Denn 2010 wird es eine neue Marktordnung geben, die dann etwa auch die Fetzenmärkte regelt", so Eisel-Eiselsberg.
Im Kampf um die Bauernmärkte und deren regionale Produkte liebäugelt er mit der "Innsbrucker Variante": "Dort hat man öffentliches Gut einem Verein übergeben, der dann einen Markt gemäß Vereinszweck geführt hat." In so einem Fall würde die Stadt Graz im Verein sitzen "und entsprechend mitbestimmen".

















