Privat und im Beruf am Ziel der Träume
Tennisprofi Oliver Marach hat sich als erst dritter Österreicher für das Masters qualifiziert. Neben seiner Karriere bastelt er mit Ehefrau Jessie aber auch schon an seiner Zukunft - in Panama.

Foto © GEPAJessie und Oliver Marach planen für ihre Zukunft in Panama
Eigentlich könnte Oliver Marach ein Weltstar sein. Schließlich ist der 29-Jährige in der Weltsportart Tennis im Spitzenfeld. Oliver Marach ist Österreichs Nummer eins im Doppel und die Nummer zwölf der Doppel-Weltrangliste. Gemeinsam mit seinem Partner Lukasz Kubot aus Polen hat er sich für das Masters in London qualifiziert.
Wenn er in seiner Heimatstadt Graz ein Lokal betritt, ist allerdings kein Starrummel zu erkennen. Keine kreischenden Teenager, keine Autogrammjäger, keine Paparazzi.
"Ich bin nicht der Typ, der jeden Tag aus der Zeitung lachen muss. Außerdem bin ich in anderen Ländern wahrscheinlich wesentlich bekannter als in Österreich", sagt Marach, der schon immer eher zurückhaltend war.
Für die Tennisprofis ist die Teilnahme am Masters die höchste Auszeichnung überhaupt. Denn während bei einem Grand-Slam-Turnier wie Wimbledon 128 Spieler am Start sind, schaffen es zum Masters nur die besten acht Einzelspieler und die besten acht Doppelpaare. Marach/Kubot sind als sechstbestes Doppel ab heute in London am Start. "Wahnsinn! Natürlich ist das für mich der größte Erfolg meiner Karriere. Und es kam so unerwartet", sagt Marach.
Karriereende verschoben
Mehr oder weniger zufällig haben Marach und Kubot zu Jahresbeginn wieder zusammen gefunden. Das erste Mal gemeinsam Doppel gespielt hatten sie schon vor vier Jahren. Doch drei Turniersiege, zwei Finalteilnahmen und acht Semifinali später ist man am Ziel aller Tennis-Träume.
Alles nicht schlecht für einen Spieler, der im Vorjahr schon aufhören wollte. "Ich bin von einer Verletzung in die andere getaumelt. Schulter, Handgelenk, Rücken."
Es war ein entbehrungsreiches Jahr, denn Marach hat 31 Turniere bestritten und war deshalb gerade einmal drei Wochen zu Hause in Graz "Ich bin jetzt schon ziemlich am Ende. Aber für London werde ich noch einmal alle Kräfte bündeln. Körperlich und geistig." Die viel Reiserei empfindet er aber auch als Privileg. "Es ist wichtig für die persönliche Entwicklung. Natürlich hat man nicht überall Zeit, alles anzuschauen. Aber man trifft überall Menschen und bekommt einen ganz anderen Einblick", sagt Marach.
Der Urlaubsplan für die Tage nach dem Masters steht schon. Zunächst geht es nach Panama, in die Heimat von Olivers Frau Jessie. Nach ein paar Tagen Training in Miami wartet der Urlaub in der Karibik, ehe Marach Weihnachten erstmals in Panama verbringen wird. "Im Vorjahr waren wir in Graz, heuer eben in Panama. Ich brauch jetzt eh keine Kälte." Dann wendet er sich seiner Frau zu. "Jessie, in ein paar Jahren werden wir Schifahren lernen." Mit leichter Verwunderung antwortet die rassige Schöne. "Ah, und wer hat dir das erzählt?"
In der Heimat von Jessie, die Anwältin ist, sieht Marach auch die Zukunft nach der aktiven Karriere. Als Trainer? "Eher nicht. Tennis hat dort einen geringen Stellenwert." Marach tendiert in Richtung Gastronomie. "Wir haben einige Ideen, genaues will ich aber noch nicht verraten." Wann das sein wird, ist offen. Nächstes Jahr geht es einmal darum, die Erfolge mit Kubot zu bestätigen. "Es war ja unser erstes gemeinsames Jahr und wir sind das jüngste Doppel in der Weltspitze."
Fakten
Oliver Marach
Beruf: Tennisprofi (seit 1998).
Familienstand: verheiratet mit Jessie seit Juli 2009.
Beste Karriere-Platzierungen: 12 im Doppel (2. November 2009), 82 im Einzel (7. August 2006).
Doppel-Turniersiege: 5.















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