Frau Stremitzer und die Millionäre
Mehr als 60 Jahre lang hatte sie beruflich mit Glück zu tun. Nun geht Eleonore Stremitzer in Pension. Ein Unruhestand.

Foto © KLZ Digital/Marija KanizajStickler überreicht Elenore Stremitzer ein Geschenk
Udo Jürgens sollte sich schon einmal ins Tonstudio begeben - für eine Neuaufnahme. Denn wer an diesem Tag Eleonore Stremitzer erlebt, weiß, dass das Leben erst mit 77 Jahren so richtig anfängt. Die Grazerin lacht und posiert im Romantik-Parkhotel für die Fotografen. "Arbeiten S' nie so lang wie ich, sonst stehen S' auch so im Mittelpunkt", meint sie augenzwinkernd.
Dass der Rummel so groß ist, hat sie selbst verschuldet: Erst jetzt geht Stremitzer in Pension, nachdem sie in der Schmiedgasse 63 Jahre lang in einer "Klassenlotterie-Geschäftsstelle" (es gibt bloß vier in der Steiermark) gearbeitet hat. Zuerst bei der Schwägerin, seit 1974 als Eigentümerin.
Sogar Friedrich Stickler, Vorstand bei den Österreichischen Lotterien, reist aus diesem Anlass extra von Wien an. Bereut hat er es nicht, bedankt sich doch die 77-Jährige mit vielen Anekdoten: So erzählt sie vom "Achtel-Los" in der Klassenlotterie, das anfangs drei Schilling gekostet hat, und von den Leuten, die quasi in ihrem Geschäft zu Millionären geworden sind. "Und erst vor Kurzem war einer da, der bei den Euromillionen 100.00o Euro gemacht hat", verrät Stremitzer.
Selbst gewann sie stets "bloß kleinere Beträge" - und hatte doch großes Glück: So sei in 63 Jahren Geschäftsleben bloß ein einziges Mal etwas passiert. "Das war erst vor zwei Jahren, da hat uns einer 2700 Euro gestohlen."
Jetzt, mit 77, geht sie also in Pension. Es werde ein bisserl ein Unruhestand werden, meint Stremitzer. "Ich kann ja meine Enkelin, die das Geschäft jetzt führt, nicht allein lassen."















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