Kampf um Energie Graz
Heikle Machtbalance: Nagls Sekretär Robert Schmied soll Geschäftsführer der Energie Graz werden.

Foto © Kanizaj
Ein Tauziehen bahnt sich in der Chefetage der Energie Graz an. Die Verträge der beiden Geschäftsführer Gert Heigl (45) und Rudolf Steiner (59) laufen Ende 2009 aus. Von der politischen "Papierform" her war man davon ausgegangen, dass der SP-nahe Heigl und der VP-nahe Steiner weiterbestellt werden. Dann passierte etwas Unerwartetes: Auch Robert Schmied (38), Sekretär im politischen Büro von VP-Bürgermeister Siegfried Nagl, gab eine Bewerbung ab.
Insider geben Schmied gute Chancen, da nicht nur sein politisches Profil "passt", sondern auch seine fachliche Eignung. Immerhin schrieb der studierte Energietechniker seine Diplomarbeit über "Energetische Einsparpotenziale in einem Handelskonzern" (für Spar). Nagl hat mit Schmied also einen unangreifbaren Kandidaten und könnte trotzdem seinen Zugriff auf einen wichtigen Tochterbetrieb der Graz AG stärken.
Damit ringen plötzlich drei aussichtsreiche Anwärter um zwei Posten. Der Ball liegt nächste Woche bei der Hearingkommission: Darin sitzen dieVorstände der Energie Steiermark (Oswin Kois und Olaf Kieser), weiters die Chefs der Graz AG (Wolfgang Malik und Wolfgang Messner) sowie Stadtrat Gerhard Rüsch (VP) und Gemeinderat Gerhard Wohlfahrt (Grüne). Zum Hearing sind fünf Bewerber geladen, die Favoriten: Heigl, Schmied und Steiner.
Zittern muss Steiner: Er ist wie Schmied Techniker und aus dem VP-Bereich. Sollte die Wahl auf Heigl und Schmied fallen, wartet ein delikates Problem: Heigl, der auf dem Geschäftsführer-Ticket der Graz AG sitzt, müsste auf das Ticket der Estag wechseln. Erst dann wäre der Weg für Schmied (auf dem Graz-AG-Ticket) frei. Das würde den Verdacht stärken, dass als "Ausgleich" ein Vertrauter der Grünen zum Chef der Grazer Verkehrsbetriebe erkoren wird, munkeln gelernte Grazer.
Für internes Rumoren sorgen die Nebenjobs im Rathaus. Darf doch der - noch bei der Messe angestellte - Personalkoordinator der Magistratsreform, Robert Zinkanell, nach einem Deal mit Nagl, neben seiner 80-Prozent-Tätigkeit für die Stadt auch die Geschäfte seiner Personalfirma Arcus führen. Er werkt sogar von seiner Firmenzentrale in der Herrengasse 28 aus fürs Rathaus. Der Sondervertrag mit Spielraum läuft bis Mitte 2014. Feuerpolizei-Chef Alfred Pölzl betont hingegen, er sei zuletzt als Brandschutzexperte kaum mit seiner Privatfirma tätig gewesen. Vielmehr habe er neben seinem Magistratsjob den Doktor gemacht.














