Nagl: "Für Zogaj eine Ausnahme machen"
Grazer Bürgermeister Nagl: "Menschen, die zu uns kommen, müssen arbeiten dürfen."

Foto © ScheriauGrazer Bürgermeister Nagl
Herr Bürgermeister, Innenministerin Maria Fekter wird den Grazer Integrationskongress eröffnen. Ihre Parteikollegin drängt gerade auf die Abschiebung einer integrierten Familie. Wie sehen Sie den Fall Zogaj?
SIEGFRIED NAGL: Die Ministerin bewegt sich im Rahmen der Gesetze, daraus ergeben sich manchmal Härten. Für Arigona ist das eine Katastrophe: Hier zuhause und integriert zu sein und jetzt de facto in ein fremdes Land abgeschoben zu werden. Ich bin für eine Regelung, die Ausnahmen erlaubt. Menschen, die aufgrund langer Asylverfahren schon sechs, sieben Jahre hier leben und integriert sind, sollten auch in unserem Land bleiben dürfen. Man sollte auch im Fall Zogaj so eine Ausnahme machen.
In Graz gibt es Bezirke, in denen schon rund ein Viertel der Wohnbevölkerung Immigranten aus anderen Ländern sind, Schulklassen, in denen kaum ein Kind deutscher Muttersprache ist. Wo sind hier die Strategien für Integration?
NAGL: Das Wichtigste ist Bildung, die Sprachkenntnisse und dass die Menschen bei uns arbeiten können. Wer zu uns kommt, sollte sofort eine Arbeitserlaubnis haben. Das bringt der Gesellschaft etwas, das erspart ihnen Vorurteile, von wegen, die nutzen den Staat nur aus und sind faul, und fördert die Integration. Wir setzen viele Mittel für Deutschkurse ein. Aber wir investieren bewusst auch baulich in Bezirke mit hohem Migrantenanteil, um dort die Qualität der Stadtteile zu heben. Mittlerweile halte ich es für die wichtigste Aufgabe eines Bürgermeisters für das friedliche Miteinander in der Stadt zu sorgen.
Wie groß ist das Integrationsbudget in der Stadt Graz?
NAGL: Es liegt bei 600.000 Euro als Sonderbudget. Nimmt man die Mittel, die in allen Ressorts als Querschnittsmaterie angesetzt sind, liegt es bei 3,2 Millionen Euro.
















