Manipulationen an Bankomaten geklärt: Täter-Trio geschnappt
Stundenlang lagen Grazer Polizisten in der Nacht auf gestern auf der Lauer, dann waren die drei Ungarn festgenommen. Sie sollen gleich in mehreren Bundesländern zugeschlagen haben.

Foto © APA/SujetDrei Ungarn festgenommen...
Es war immer diesselbe Art und Weise, mit der vorerst unbekannte Täter in den letzten Wochen Bankkunden um ihr Geld brachten. Sie klebten den Geldausgabeschlitz zu und warteten in der Nähe. Als der jeweilige Kunde nach der Behebung kein Geld erhielt, ging er wieder - und der Täter entfernte den Aufsatz und entnahm das stecken gebliebene Geld.
Allein in Graz häuften sich in den vergangenen zwei Wochen derartige Fälle, zuletzt wurden Donnerstagnacht in der Schillerstraße und der St. Peter Hauptstraße zwei Geldautomaten manipuliert (wir berichteten). Doch dort bemerkten Bankangestellte rechtzeitig die Taten. Und auch in Klagenfurt wurden am Donnerstagabend mit demselben Trick gleich fünf Außenbankomaten manipuliert.
Die Polizei warnte nicht nur, sie legte sich auch auf die Lauer - und konnte nun in Graz drei Mitglieder der Bankomat-Bande, darunter auch den mutmaßlichen Haupttäter, fassen. "Die Männer sind für ihre Taten jedesmal aus Ungarn angereist", berichtet ein Ermittler des Kriminalreferats des Stadtpolizeikommandos Graz.
Von Zivilbeamten überführt
Zuletzt am Samstagabend, als sie am Eisernen Tor in Graz einen Bankomaten manipulierten. Als ein Linzer dort 100 Euro abheben wollte und kein Geld ausgegeben wurde, sah er, dass der Schlitz mit einer Metallabdeckung manipuliert war. "Der Mann holte sofort die Polizei", so ein Ermittler.
Beamte in zivil legten sich auf die Lauer, sie konnten wenig später den 21-jährige Zsolt Sandor K. aus Budapest bei der Entnahme des Geldes beobachten. Dieser traf sich wenig später mit zwei weiteren Männern, doch denen gelang vorerst die Flucht. Erst in den frühen Morgenstunden, nach stundenlanger Observation, konnten Karoly S. (31) und Istvan V. (32) bei der Rückkehr zu ihrem Fahrzeug festgenommen werden.
Jetzt laufen die Einvernahmen der drei Männer auf Hochtouren, den sie dürften in den letzten Wochen gleich in mehreren Bundesländern aktiv gewesen sein. Der 21-Jährige gab an, dass er in Budapest von mutmaßlichen Haupttäter abgesprochen worden sei, ob er nicht auf leichte Weise Geld verdienen wolle. Ob noch weitere Bandenmitglieder unterwegs sind, muss erst geklärt werden.
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VORSICHTIG IST GEBOTEN
Die Tricks der Bankomat-Banden: Die Fälle von manipulierten Geldausgabe-Automaten häufen sich in letzter Zeit, weiß die Grazer Polizei zu berichten. Im aktuellen Fall handelte es sich um verklebte Geldausgabeschlitze. Die Kriminellen arbeiten aber auch mit aufgesteckten Geräten auf dem Eingabeschlitz für die Karte. Diese speichern die Kartendaten, mit denen dann unbemerkt Zweitkarten angefertigt werden. Beide Varianten wurden in den letzten Wochen in Graz entdeckt.
So schützen Sie sich: Doch wie kann man sich vor derartigen Betrügereien schützen? Die wichtigste Vorkehrung ist noch immer, den PIN-Code der Karte zu schützen. Niemals notieren, bei der Eingabe immer mit der Hand abdecken. Ansonsten das Gerät auf lose Teile untersuchen. Im Verdachtsfall die Polizei alarmieren.
















