Alkoholsüchtiger landete vor Gericht
Prozess in Graz: Volltrunkener schaffte es, in einer Nacht vier Vergehen und ein Verbrechen zu begehen.

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Von Gerhard Schröder erzählt man sich, er habe in jungen Jahren einmal nicht ganz nüchtern am Tor des Kanzleramtes gerüttelt und geschrien: "Ich will hier rein!" Und siehe da, es wurde ihm aufgetan, und er wurde Kanzler. Später. Nüchtern.
Warum Richter Karl Buchgraber diese Anekdote einfällt? Nun, weil das mit Polizeiinspektionen nicht funktioniert. Und weil aus dem 32-jährigen Weststeirer, der ihm aus der Haft vorgeführt wird, kein Ordnungshüter mehr wird, obwohl er an der Tür einer Inspektion gerüttelt und gegen das Glas getreten hat. Diese Nacht im Oktober dürfte im Gegenteil auch schon der Karrierehöhepunkt des alkoholsüchtigen zehnmal Vorbestraften gewesen sein.
Zuerst konsumierte er fünf Krügerln und blieb 18,30 Euro schuldig, im nächsten Lokal zahlte er seine zwei Krügerln und sechs Spritzer nicht (17,40 Euro). Dann die Tür. Dann kam ein Streifenwagen, dessen Spiegel er abzureißen versuchte. "Ich wollte mich nur anlehnen, damit ich nicht umfalle." Dann Drohungen, Beleidigungen und schwere Körperverletzung an drei Beamten. Als er am nächsten Tag mit zwei Promille Restalkohol aufwachte, hatte er vier Vergehen (Sachbeschädigung, Drohung, Widerstand, Körperverletzung) und ein Verbrechen (gewerbsmäßigen Betrug) begangen, weil die Staatsanwaltschaft die Anklage um eine dritte Zechprellerei ausweitet.
Jetzt will er aber wirklich ehrlich eine Therapie machen und hofft halt so sehr auf noch eine letzte Chance. Da kann der Richter nur wissend lächeln: "18 Monate Haft." Selten schien ein Verurteilter so erleichtert. "Haben Sie mit mehr gerechnet?" - "Ja, danke. Das ist ein Geschenk." - "Hätten S' das gleich gesagt, hätte ich Ihnen mehr gegeben." Nein, nein, da nimmt er lieber gleich an. "Danke!"















