Frau abgängig: Kripo ermittelt in alle Richtungen
Ist die Grazerin Nuray Büyükkocabas (26) vor einer Zwangsehe geflüchtet? Oder ist ihr etwas zugestoßen? Die junge Frau ist seit 18 Tagen abgängig.

Foto © BEHOUNEK Eltern und Geschwister suchen Nuray Büyükkocabas
"Sie war so glücklich über ihre Verlobung und die bevorstehende Hochzeit", beteuerte die Familie kürzlich gegenüber der Kleinen Zeitung. Doch bei den Ermittlungen durch Beamte der Fahndungsgruppe des Landeskriminalamtes stellte sich heraus, dass diese Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen. Nuray Büyükkocabas, eine Türkin mit österreichischer Staatsbürgerschaft, stand unter Druck. Und je näher der für Dezember festgelegte Hochzeitstermin heranrückte, desto größer wurde dieser Druck für sie.
Heiratsantrag
Begonnen hatte alles im Sommer dieses Jahres als die 26-Jährige bei einem Fest einen 23-jährigen türkisch-kurdischen Asylwerber kennenlernte. Er dauerte nicht lange, und der junge Mann machte ihr einen Heiratsantrag. Nuray Büyükkocabas war unsicher, erbat sich Bedenkzeit. Doch bevor sie sich entscheiden konnte, tauchte der Mann mit seinen Verwandten bei ihr auf.
Der Bruder der Abgängigen gab nun zu, seine Schwester sei unter Druck gesetzt worden. Sie habe schließlich nachgegeben und einer Verlobung zugestimmt. Von Angehörigen des zukünftigen Bräutigams wurde ihr gleich ein Verlobungsring angesteckt. Sofort gab es eine kleine improvisierte Verlobungsfeier, einige Tage später ein groß ausgerichtetes Fest. Dort bekam die Frau auch bereits ihre Hochzeitsgeschenke. Im Dezember sollte dann geheiratet werden. Aber die Grazerin wollte nicht mehr heiraten. Immer häufiger gab sie das in den vergangenen Wochen den Familien zu verstehen.
Seit 25. Oktober 2009 fehlt von Nuray Büyükkocabas jede Spur. Ihr Reisepass, ihr Handy, ihre Bankomatkarte wurden zu Hause gefunden. Ist sie untergetaucht oder ist ihr etwas zugestoßen? "Wir ermitteln in alle Richtungen", heißt es im Landeskriminalamt. Die Familie der Abgängigen hat die Verlobung inzwischen aufgelöst und die Geschenke zurückgeben. "Wir wollen, dass unsere Tochter wieder nach Hause kommt, von uns aus ist alles wieder in Ordnung", versichern die Eltern. Hinweise an das Landeskriminalamt, 0 59 133 60 3333.


















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