Gösting bekommt die Champagner-Siedlung
Über den früheren Kellereien der Firma Kleinoscheg in Gösting bauen Werner Gröbl und Partner Jiri Muska um 30 Millionen Euro über 200 neue Wohnungen.

Foto © Horvath-OroszyEin markanter städtebaulicher Akzent für Gösting
Die Idee für dieses Projekt ist buchstäblich im Weinkeller gereift. Der frühere Möbelhändler Werner Gröbl und der aus Tschechien stammende Unternehmer Jiri Muska, sie sind auf Teneriffa Nachbarn, haben bei einer Weinverkostung beschlossen: "Machen wir ein gemeinsames Projekt in Graz." Das Grundstück (ehemalige Sektkellerei Kleinoscheg) war schon im Besitz von Gröbl. Mittlerweile gibt es auch Pläne für die "Champagner-Siedlung". In einem Wettbewerb wurde der Entwurf von Architektin Ulrike Horvath-Oroszy zum Sieger gekürt.
Der Wettbewerb umfasste allerdings nur die Baukörper entlang der Kleinoscheg-Straße. Der Entwurf sieht eine vier- bis sechsgeschoßige Bebauung mit einem neungeschoßigen Turm am nördlichen Ende vor. Jury-Vorsitzender Architekt Norbert Müller sprach von einem Projekt, das einen "neuen Impuls für diesen Stadtteil" bringt, und lobte den Mut, "auch in die Höhe zu gehen." Und Baudirektor Bertram Werle betonte, dass das Siegerprojekt sehr sensibel auf die Lage und auf den in unmittelbarer Nachbarschaft geplanten Nahverkehrsknoten Gösting reagiert.
Weinkeller für jeden
Neben den Wohnungen verschiedener Größe und Ausstattung (auch Penthäuser) sind von den Investoren aber auch Geschäfte - nur als Nahversorger - und Gastronomie (etwa ein Restaurant mit Weinschwerpunkt) sowie Büroflächen geplant. Und das Besondere an dieser Siedlung: Im revitalisierten Gewölbekeller bekommt jeder Bewohner ein eigenes Weinkeller-Abteil.
Der für die Baubelange zuständige Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) freut sich, dass ein internationaler Unternehmer in Graz investiert. Dieses Projekt, das nach dem Grazer Modell entwickelt wurde, werde auch den Ansprüchen an einen qualitätsvollen Wohnbau gerecht.
"Das ist sicher nicht mein letztes Projekt in Graz", verspricht Muska, der mit 20 Jahren aus der damaligen CSSR geflüchtet und mittlerweile deutscher Staatsbürger ist und in der Schweiz lebt. In seiner ehemaligen Heimat betreibt er ein Zementwerk in Kosice, in dem er mit einem eigenen Verfahren die Schadstoffemissionen um 40 Prozent senken konnte. In Prag hat er 600 Wohnungen errichtet.
Der Baubeginn für die Champagner-Siedlung ist um den Jahreswechsel 2010/11 geplant.

















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