Junkerpräsentation in der Grazer Stadthalle
Nicht nur "Steirermen san very good" - auch der steirische Junker war bei der gestrigen Präsentation in der Grazer Stadthalle bei der Prominenz wieder umschwärmt.

Foto © Marija KanizajDas ist ein Empfang: Auf der Grazer Messe verkostete die steirische Prominenz den ersten steirischen Wein des Jahres
Weltwirtschaftskrise hin, Hagelschäden her, von Melancholie war bei der Junker-Präsentation in der Grazer Stadthalle partout nichts zu spüren. Trotz der schlechtesten Wein-Ernte seit zehn Jahren haben die steirischen Weinbauern wieder einmal gezaubert - und 900.000 Flaschen des fruchtig-frischen Rebensaftes fabriziert. In neuem Outfit, mit neuen Etiketten glänzten die Flaschen im Rampenlicht - und trösteten nicht nur Weinbaudirektor Werner Luttenberger über düstere Zahlen dieser Saison hinweg. "Ehrlich, zum Teil hatten wir im Herzen der Südsteiermark hundert Prozent Ernteausfall. Bei manchen Betrieben reicht der Schaden sogar ins nächste Jahr." Auch Edelwinzer Willi Sattler, Vorstand der Marktgemeinschaft Wein, wollte gar nicht herumreden - "40 Prozent weniger Wein in der Steiermark, es gibt allein 300.000 Flaschen weniger von unserem Junker."
Freilich, was Willi Sattler und weitere 190 Junker-Bauern in die 5000 Gläser füllten, ließ so manchen ins Schwärmen geraten. Landesrat Hans Seitinger etwa lächelte begeistert, als die Weinhoheiten Helena, Verena und Katharina den "jungen Buam" charakterisierten. Von "toller Struktur" und "außerordentlicher Fruchtigkeit" war da die Rede. Und Seitinger, bekannt für seine (Wein)-Weisheiten, strapazierte sogar Martin Luther. "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr ein Leben lang."
Als dann auch noch die Stoakogler mit ihrem Chef Fritz Willingshofer und die Edlseer mit Fritz Kristoferitsch an der Spitze gemeinsam "Steirermen san very good" anstimmten, waren die mageren Zahlen vergessen. Generalleutnant Günter Höfler, Kommandant der Streitkräfte, liebt ja normalerweise Sauvignon Blanc - aber er war vom jungen steirischen Vino genauso angetan wie Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer ("Jung bin ich nimmer, aber frisch und fruchtig"), Militärkommandant Heinz Zöllner, Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski oder Steiermärkische-Vorstand Franz Kerber. "Der steirische Wein ist ja an der Finanzkrise vorbeigeschrammt. Eigentlich wär's wirklich schön, wenn das Bankengeschäft sich von unseren Weinbauern das eine oder andere abschauen könnte!"
Genossen haben das frische Bouquet auch Kleine Zeitung-Geschäftsführerin Helga Schrott, der neue Messe-Center-Chef Armin Egger (ein waschechter Tiroler als Fan bester steirischer Tropfen), Juwelier Hans Schullin, Landhauskeller-Chef Günter Huber, Bauernbunddirektor Franz Tonner (der zwischendurch sogar ein Tänzchen wagte) und Helmuth Hölbing, der Direktor der Tourismusschule Bad Gleichenberg. Tenor: "Ein Hit, dieser steirische Junker. Er braucht österreichweit keine Vergleiche zu scheuen."

















