Palais Trauttmansdorff wird wachgeküsst
Der Grazer Kunstverein kommt ab Februar 2010 auf 400 Quadratmeter in das derzeit fast leer stehende Erdgeschoss des Palais Trauttmansdorff.

Foto © KLZ DIGITAL/Fuchs
Jetzt wird das verlassene Palais Trauttmansdorff zwischen Bürger- und Burggasse endlich aus seinem Dornröschenschlaf geküsst.
Zwar schmücken derzeit nur viele Plakate mit der Aufschrift "Zu vermieten" die leer stehende Erdgeschossfläche auf der rechten Seite des Palais, aber hinter den Kulissen tut sich einiges. Billa-Gründer Karl Wlaschek (92) ist Eigentümer der Immobilie und hat über seine Karl-Wlaschek-Privatstiftung Amisola das Grazer Immobilienbüro "Dr. Ulrich" mit der Vermietung beauftragt. Und die sind fündig geworden, die Verträge wurden eben unterschreiben.
So wird sich ab dem 1. Februar 2010 der Grazer Kunstverein auf 400 Quadratmetern vom ehemaligen Schlecker-Geschäft bis hin zur Burggasse ausbreiten. Die nötigen Umbauarbeiten sollen noch im November und Dezember stattfinden, so Thomas Belina, bei Amisola für Vermietung zuständig. "Wir mussten uns zur Erdgeschossfläche im Palais Gedanken machen, da die Gastronomie dort nicht so geklappt hat, wie wir das vorgesehen hatten." Das Dombräu ist ja weg, das Italo-Cafe von Gery Wruss ist weg und auch der Schlecker ist weg.
Abteilung verlegt
"Ein trauriges Bild, wir sind gar nicht glücklich darüber", klagt eine Anrainerin. "Das alles hat ja damit begonnen, dass die Landesregierung eine ganze Abteilung aus dem Haus verlegt hat, da sind gleich 150 bis 200 Menschen weggekommen und rundherum haben das alle mit Umsatzeinbußen gespürt."
Doch schon bald soll neues Leben ins Palais einziehen: "Wir werden uns dort dem Thema Kunst näher widmen", umreißt Thomas Belina von "Amisola" die neue Situation. Damit hat man bereits gute Erfahrungen gemacht, schließlich sind zwei Galerien auf der linken Seite im Erdgeschoss untergebracht. "Wir werden auch den Innenhof neu aufsetzen, hier könnte eine Skulptur stehen."
Hier ist ein echter "Kunsthof" im Entstehen. "Wir streben eine kunstlastige Kleinszene mit Synergieeffekt im Herzen der Altstadt an", verrät Avrid Andersons von "Dr. Ulrich-Immobilien". "Alles, was mit Kunst und Kunsthandwerk zu tun hat, ist herzlich willkommen. Das könnte noch ein Galerist sein oder aber auch ein schönes Bilderrahmengeschäft", spekuliert er. Auch eine Art Kunstcafe am Eck wäre schön und würde die Szene stilvoll abrunden.















