Zur Brust genommen
Ein Mann, eine Zwiebel und Tausende Brustwarzen: "NippleJesus" auf der Probebühne.

Foto © Jasmin Schuller colourspaceGustav Koenigs als Dave
Es beginnt streng: "Handys abdrehen, nicht auf lautlos schalten, ja!" Dave (Gustav Koenigs) stänkert die Besucher an. Dave, einst Nachtclub-Türsteher, hat nun einen seriöseren Job. Er bewacht Kunst. Nicht irgendeine, sondern ein Kreuz, eine Collage aus Tausenden Brustwarzen aus Pornoheften. Im Schwarz der Probebühne dargestellt nur durch einen weißen Teppich, eine Plastikplane.
Regisseurin Katharina Schmidt adaptiert den Text des britischen Autors Nick Hornby mit viel Tempo für die Bühne. Koenigs hastet grandios durch die Ein-Mann-Show. Er stöhnt, schreit, singt, schwitzt. Er zelebriert die Kopf-Körper-Nummer und flirtet, wenn nicht gerade mit dem Wischmopp, mit dem Publikum. Die Ernsthaftigkeit des Kunstbetriebs wird -aber nur am Rande - demontiert. Hübsches Detail: Plakate, verteilt an Gäste - wie "Kunst muss Kunst bleiben." Und: "Porno muss Porno bleiben." Nach einem erfolglosen Kampf mit der Plane und einem Liebessong mit einer Zwiebel bleibt nur eine Erkenntnis: Bissigkeit von ihrer besten Seite.
















