Drahtseilakt um das Joanneumviertel
Sonderaufsichtsrat genehmigt den Museumsbau mit vielen Vorbehalten.
Zu einer delikaten Sondersitzung traf sich der Aufsichtsrat der Landesimmobiliengesellschaft (LIG) am Mittwochabend. Einziger Tagesordnungspunkt war die noch immer ausstehende Genehmigung für den Bau des Grazer "Joanneumviertels" (früher "Museumsquadrant"). Das Problem: An sich war das Aufsichtsgremium bisher gegen das Projekt eingestellt, ein kritischer Rechnungshofbericht trug auch nicht zur Vertrauensbildung bei. Andererseits hatten sowohl Landtag als auch Landesregierung einstimmig pro Museumsneubau gestimmt. Und Landeshauptmann Franz Voves hatte den Aufsichtsräten im Vorfeld unverblümt ausgerichtet, dass das Projekt auf jeden Fall durchgezogen wird.
So blieb dem LIG-Aufsichtsratschef Harald Christandl nichts anderes übrig, als möglichst elegant einen Sinneswandel des Gremiums herbeizuführen. In den Genehmigungsantrag ließ er eine Reihe von Bedingungen aufnehmen: Das Ja gibt es demnach nur, wenn das Land eine "gesicherte Finanzierungszusage" für das 38,1-Millionen-Euro-Projekt abgibt. Außerdem muss es vielfältige Projektkontrollen und Zwischenberichte geben. Und die LIG-Geschäftsführung muss bestätigen, dass die Warnungen des Rechnungshofes "entkräftet" werden.
Die Übung gelang nur bedingt: Die VP-nahen Aufsichtsräte Nikolaus Lallitsch und Bernhard Frizberg enthielten sich der Stimme. Christandl war daraufhin "erstaunt". Lallitsch kontert: "Das Projekt finden wir grundsätzlich gut, aufgrund der fehlenden Baugenehmigung und der RH-Kritik war eine Zustimmung aber noch nicht möglich."
















