"Bisher haben wir diktiert"
99ers-Trainer Bill Gilligan über die unerwartete Führung, die "Schläfer" KAC und Salzburg und das Team.

Foto © GEPABill Gilligan
Mister Gilligan, das erste Drittel der Meisterschaft ist absolviert, es gab gegen jeden Gegner ein Heim- und ein Auswärtsspiel. Ihre Bilanz? BILL GILLIGAN: Ich denke, dass noch nicht alle Klubs ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Aus Grazer Sicht freut es mich - besser ganz oben, als ganz unten. Platz eins hätte ich aber eher nicht erwartet. Auch nicht, dass sich KAC und Salzburg so schwer tun.
Das Spitzenspiel gegen Linz wurde im Penalty-Schießen verloren. Ärgert Sie das sehr? BILL GILLIGAN:Jede Niederlage ist ärgerlich, aber die Leistung war ganz gut. Von den Chancen her hätten wir gewinnen müssen, aber Linz ist ein starker Gegner. Unser Kampfgeist nach dem 0:2-Rückstand hat mir gefallen.
Die 99ers sind zwar Spitzenreiter, aber es ist noch nicht alles top. Wo gibt es Verbesserungspotenzial? BILL GILLIGAN:Sicher im Powerplay - diese Schwäche hat uns den Sieg gegen Linz gekostet. Das ist auch Kopfsache. Wenn man glaubt, ein Tor erzielen zu müssen, dann hemmt das. Überhaupt brauchen wir noch zu viele Chancen und die Hänger, die wir in jedem Spiel hatten, müssen abgestellt werden. Aber eine positive Tendenz ist sicher erkennbar.
Zeigt die Tabelle bereits die wahren Kräfteverhältnisse? BILL GILLIGAN: Nein, Salzburg und der KAC wurden bisher unter ihrem Wert geschlagen. Für mich ist die Frage nur, wann die beiden kommen und sich mit Siegesserien vorarbeiten. Und wie lange wir vorne mithalten können.
Was ist das Problem der beiden Vorjahresfinalisten? BILL GILLIGAN:Beim KAC sind es wohl die vielen Verletzungen, die gebremst haben. Das hat das Bild sicher verfälscht. Salzburg hat sehr viel Potenzial, kann es aber noch nicht voll ausschöpfen.
Und die Überraschungen, Klubs die stärker als erwartet auftraten? BILL GILLIGAN:Das sind wohl Linz, die 99ers und vor allem am Anfang auch der VSV. Diese drei Klubs haben bisher das Geschehen diktiert, obwohl alle Wien, Salzburg und KAC vorne erwartet haben. Und Neuling Zagreb hält bisher auch ziemlich gut mit.
Themenwechsel: Ihr erster Auftritt mit dem Nationalteam steht nächste Woche bevor. Warum sind eigentlich nur zwei Spieler des Tabellenführers im Kader? BILL GILLIGAN: Weil ich mir in Weißrussland eher Spieler ansehen möchte, die ich noch nicht so gut kenne. Die Grazer sehe ich ohnehin jeden Tag, einen Koch oder Trattnig brauche ich auch nicht zu testen. Jetzt haben andere die Chance, sich zu empfehlen.
Was erwarten Sie von Ihrem ersten Auftritt als Teamchef? BILL GILLIGAN:Das Turnier soll ein Kennenlernen und eine Standortbestimmung sein. Ergebnisse sind noch zweitrangig.













