Magie in der Manege
Staunen ist immer noch die schönste Art, die Augen offen zu halten. Und den Mund sowieso. Der Circus Roncalli beweist das mit seiner betörenden Show in Graz.
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Was bist du eigentlich für ein Mensch?", fragte er. "Ich bin ein Clown", sagte ich, "und sammle Augenblicke".
Man muss aber gar nicht erst Heinrich Bölls "Ansichten eines Clowns" teilen, um ein Augenblickssammler zu werden. Der Eintritt in den Circus Roncalli genügt. Was Direktor Bernhard Paul in aller Welt an Sensationen zusammengetragen hat und nun auch in Graz drei Wochen lang in die Manege zaubert, lässt jedenfalls große Augen machen.
Die Magie erwächst dabei vor allem aus dem (scheinbar) Einfachen. Wenn Victor Minasov in einem Riesengummiball zum im wahrsten Sinn des Wortes springenden Punkt der Show wird, macht das genauso staunen, wie wenn er seine Partnerin Elena hinter Fächern oder unter Konfettiregen im Bruchteil einer Sekunde zig Mal die Kleider wechseln lässt. Und wenn der Amerikaner Darren Burrell mit Seifenblasen die Poesie der Vergänglichkeit zeigt, geht ein ganzer Kosmos voller Träume auf.
Ob fliegende Teppiche über den flinken Händen und Füßen weißrussischer Zwillinge, ob ein ukrainisches Akrobatinnentrio, das bisherige Orthopädie-Kenntnisse Lügen straft, ob ein Vertikalseilakt des Duos Bobrov, der den Atem stocken lässt: Roncalli ist der Delikatessenhändler unter den Zirkussen und darf seinen Showtitel "All you need is laugh" getrost um die Beatles-Zeile "There's nothing you can make that can't be made" ergänzen.
Und dann ist da ja noch David Larible, ein Clown zum Abbusseln. Allein für den Weltmeister im Augenzwinkern hätten wohl auch John, George, Paul und Ringo sofort Karten reserviert: Laugh, laugh, laugh . . . !
Fotoserie
Fakten
Vorstellungen bis 15. 11., Grazer Messegelände, Fröhlichgasse
Karten: Tel. (0 316) 83 26 99




















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