"Das kann nicht einmal der Bruce Lee"
Häftling rastete aus und attackierte fünf Justizwachebeamte. Nach Körperverletzung kam es am Dienstag in Graz zum Prozess.
Der Angeklagte wird von drei baumlangen Wachebeamten eskortiert. Er trägt Handschellen, die zusätzlich an einem Leibgurt befestigt sind. Er will gar nicht da sein. Er habe Herzprobleme, sei nicht transportfähig und sein Anwalt sei auch nicht da, poltert er.
Kreuzbandriss
Richter Karl Buchgraber hat eine Bescheinigung über die Transportfähigkeit, und ein Anwalt ist nicht Pflicht. Also kam der Häftling von Stein a. d. Donau zurück nach Graz a. d. Mur. "Warum sind Sie so aggressiv? Wir sind doch immer gut ausgekommen?", fragt der Richter den durchtrainierten 59-jährigen Ex-Judoka. Zum Beispiel bei der letzten von mehreren Verurteilungen (24 Monate). "Herr Hofrat, ich bin derzeit leicht erregbar." - "Ach, das waren Sie immer." Zum Beispiel am 31. Juli, als er in seiner Zelle in der Karlau randalierte. Er schlug mit einem Ablagebrett und trat einen Beamten so heftig, dass dessen Kreuzbandriss. Das ist schwere Körperverletzung. Fünf Beamte fixierten ihn schließlich am Boden und fesselten ihn.
Schuldig fühlt er sich nicht. "Ich lag unter fünf Beamten am Boden. Wie soll ich da ein Brettl in die Hand nehmen und treten?" Da hilft kein Judo und "das kann nicht einmal der Bruce Lee". Den Vorschlag, die Unmöglichkeit zu demonstrieren, lehnt Staatsanwältin Barbara Schwarz lächelnd ab: "Darauf müssen wir wegen Ihrer Herzprobleme verzichten." Ein Beamter sagt, der Angeklagte habe ihn aufgefordert, sich auf den 15. 3. 2011 zu freuen. Das wäre nett, wäre das nicht das Datum seiner Haftentlassung und wäre da nicht der Zusatz gewesen: "Dann werde ich Sie mir holen." So ist es eine gefährliche Drohung. Dazu fällt ihm nichts ein: "Die Anwesenheit dieses Beamten blockiert mein logisches Denken."

















