Jan Delay in Graz: Disco, Soul und Partyzone
Jan Delay verwandelt die Grazer Stadthalle in eine riesige Tanzparty-Zone. Die toll aufspielende Funkband "Disko No. 1" trug viel dazu bei.
Wir machen das klar" lautete das hoffnungsfrohe Motto am Freitag in der Grazer Stadthalle. Dort nämlich gastierte Tausendsassa Jan Delay einen Abend lang mit seiner Funkband "Disko No. 1". Und obwohl diese den für den derzeitigen Delay-Sound benötigten Swing mitbrachten, blieben die Augenpaare zumeist auf den quicklebendigen Protagonisten gerichtet.
Der absolvierte seine Pflicht vorwiegend mit Stücken aus dem aktuellen Album "Wir Kinder vom Bahnhof Soul", etwa der Disco-Reminiszenz "Abschussball" oder der Mitschreinummer "Oh Johnny", souverän. Dabei riss der druckvolle Sound von "Disko No.1" ebenso mit, wie der kleine Hamburger selbst, der seinen weißen Anzug, der problemlos dem Zuhältermilieu der Reeperbahn entstammen könnte, erstaunlich unpeinlich über die Bühne spazieren tanzte.
Delays Präsenz war es auch zu verdanken, dass das Konzert schnell zur rauschenden Tanzparty mutierte. Die zahlreich eingestreuten Medleys halfen dabei zweifellos. Das Repertoire reichte von "Türlich, Türlich" (Urhe
ber "Das Bo" half mit seinen Raps sogar kurzzeitig auf der Bühne aus) über "Backstreet's Back" bis hin zu "Pump up the Jam".
Dabei wurden die Nummern nicht nur an die Klänge der Funkband, sondern zumeist auch ans Lokalkolorit angepasst: So brandete beispielsweise Applaus auf, als Delay sein "Vergiftet" von 2001 mit der Zeile "Jani mag die FPÖ nicht, denn sie ist vergiftet" würzte.
Das stets breite Grinsen im Gesicht nahm man ihm zu jeder Sekunde ab, insbesondere als er kurz vor Schluss mit dem ehrlichen Hinweis "Geht nicht auf die Scheiß-Aftershow-Party im Seasons. Wir sind da sowieso nicht", sämtliche Lacher auf seiner Seite hatte. Als finale Zugabe ließ der frühere "Flashgott" mit "Remmidemmi" von Deichkind ein letztes Mal die Halle kochen, ehe er sich mit seinem Cover von Nenas "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" verabschiedete. Eine gekonnt durchinszenierte Party war zu Ende.
Features
Fakten
Jan Delay, alias Jan Phillip Eißfeldt, geb. am 25. 8. 1976, Hamburg.
Karriere: Sechs Hip-Hop-Alben mit den "Absoluten Beginnern", fünf Soloalben.
CD-Tipp: "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" (Bild oben).

















